Marken – Im Land der feinen Trüffel Teil2

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Marken – Im Land der feinen Trüffel Teil2

Marken – Im Land der feinen Trüffel (Teil2)

Die Marken (Marche) ist eine mit Trüffeln reich gesegnete Region. Hier gibt es „Tartufo tutto l´anno”, also Trüffel das ganze Jahr über, denn man kann sich gleich über vier verschiedene Sorten davon freuen. Lesen Sie hier die Fortsetzung von   >>Marken – Im Land der feinen Trüffel<<.

Knapp vier Autostunden von Monte Monaco entfernt treffen wir im Herzen des Apennin auf Acqualagna – die Hauptstadt der Weißen Trüffel.

 

Acqualagna

In der herrlichen Umgebung des Naturschutzgebiets „Gola del Furlo” (Furlo-Schlucht) in den Provinzen Pesaro und Urbino, hält man den Rekord im Verkauf von Trüffeln. Sogar die Kursnotierungen der wertvollen Knolle werden hier in Acqualagna (www.acqualagna.com) festgelegt. Ebenso wurde hier ein Trüffelmuseum brandneu eröffnet.

Die Messe für Weiße Trüffel ist eine der wichtigsten internationalen Veranstaltungen der Branche. Zu zahlreichen Events gibt es gastronomische und kulturelle Darbietungen und natürlich sind viele italienische Köche vor Ort um einzukaufen und sich zu informieren. Neben den Trüffelhändlern (www.tartufidiacqualagna.it) stellen sich auch Winzer vor, wie etwa die Vereinigung Terracruda (www.terracruda.it), die ihre autochtone Rebsorte Bianchello zu Trüffelgerichten empfiehlt. (www.bianchellodautore.it ) In der kleinen Stadt herrscht reges Treiben, zu Spitzenzeiten sind 20 000 Besucher vor Ort. Wir flüchten in die Osteria del Parco (osteriadelparco@libero.it) zum ausgezeichneten Koch Samuele Ferri, der aus seiner relativ kleinen Küche mittags 300 Gäste mit feinstem Carpacchio, hausgemachten Tagliatelle und cremig gerührter Polenta beschickt: alles sehr reich bedeckt mit den wohlschmeckenden Trüffelscheibchen.
Ein bisschen fühlt man sich wie im Paradies und eigentlich würde man als Feinschmecker hier nie mehr weg wollen, wären da nicht noch andere Orte anzusehen, wie das nahe gelegene Örtchen Arpecchio, das reich an Kunst, Kultur und unberührter Natur ist.

 

Arpecchio

Nachdem wir das historische Zentrum von Apecchio durch sein Bogentor aus dem 15. Jahrhundert betreten haben, treffen wir auf den Palazzo Ubaldini, ein schönes Beispiel der Renaissance-Architektur mit einem eleganten Arkaden-Innenhof und einer Treppe, die zur Beletage führt. Im Untergeschoss wartet eine Rarität: das „Museum für Fossilien und Mineralien von Monte Nerone“ in dem man lumineszierende Steine betrachten kann.
Eine weitere Besonderheit von Arpecchio ist die Tatsache, dass hier gleich drei Brauereien vorzufinden sind. Die Gewässer von Monte Nerone eignen sich dank der hervorragenden Wasserqualität besonders zum Brauen. Und so kommt es wohl, dass die Brauerei Collesi (www.collesi.com) erst kürzlich für das weltbeste dunkle Bier prämiert wurde. Sehr spannend ist daher die Kombination dieses Craft-Biers mit Trüffelgerichten, das diese kleine italienische Stadt des Biers nun in seinen Restaurants zu wirkungsvollen Verbindungen in der Gastronomie verleitet. Von echtem ‚food pairing‘ kann man noch nicht sprechen – aber letztlich ist und bleibt das ja auch dem Geschmack des Gourmets überlassen. Im Restaurant Civico 14+5  entschied ich mich persönlich wieder für ein Glas Wein zur Pasta con tartufi.
(www.viverearpecchio.it)

 

Urbania

Den folgenden Tag beginnen wir mit einem Rundgang durch Urbania. Es ist ein typischer Novembertag, nasskalt und nebelig – und so erkennt man die Schönheit der kleinen Stadt, die im frühen Mittelalter noch „Castel delle Ripe” genannt wurde und während ihres goldenen Zeitalters in der Renaissance den Namen „Casteldurante” tug, vielleicht erst auf den zweiten Blick. Die Flußschleife des Metauro und die gut erhaltene Stadtmauer geben dem Ort einen besonderen Reiz, ebenso wie der Palazzo Ducale, die ehemalige Sommerresidenz der Herzöge von Urbino und der heute das Stadtmuseum beherbergt. Wechselnde Ausstellungen zeigen auch Teile der wertvollen Bände aus der Bibliothek „Rovoresca” und Keramiken, Maiolica der Renaissance, die sich von Faenza und anderen italienischen Keramikfliesen-Orten durch ihre eigenen Dekorationen unterschied. (www.urbania-casteldurante.it)

Eine wundervolle Entdeckung ist das Restaurant Casa Tintoria unten am Fluss. Donatella hat es mit Liebe und Herzblut eingerichtet, so dass man sich wie in ihrem Wohnzimmer fühlt.
Das Kürbissüppchen kommt in einem kleinen Stilglas auf Spitzendeckchen, das Trüffel- Carpacchio mit Rosinenbrötchen und kein Gericht auf dem nicht eine Verzierung mit Blüten und Blättern wäre. Einen schöneren Salat als den hauchfein geschnittenen und mit Beeren und Früchten durchsetzten habe ich noch nie gesehen. Er ist mit vin cotto angemacht und schmeckt einfach göttlich! Ein Amaro mit abbraccio beim Gehen machen das Casa Tintoria (www.casatintoria.com) unvergesslich.

 

Sant’Angelo in Vado

Nachdem wir noch das wunderschöne Teatro Bramante besichtigt haben heißt unser nächstes Ziel Sant’Angelo in Vado. Die wunderschöne, mittelalterliche Stadt in der Alta Valle del Metauro mit etwa 4.000 Einwohnern, feiert bereits seit 55 Jahren den wertvollen weißen Trüffel mit einer nationalen Ausstellung. Sie ist die älteste in den Marken und die zweitälteste in ganz Italien, gleich hinter Alba im Piemont.
Auch hier streifen etwas durch den Trubel der Marktstände und lassen uns betören vom Duft der edlen Knollen, der über dem ganzen Dorf liegt.
Seit 1981 gibt es in Sant’Angelo in Vado das  wichtigste italienische Versuchszentrum für Trüffelkulturen, das auf nationaler und europäischer Ebene für die Mycorrhizierung von Trüffelpflanzen ausgezeichnet ist. Seine Produktion, die in der Vergangenheit 50.000 Keimlinge pro Jahr erreicht hat, hat die Entwicklung von Trüffel-Anbaugebieten auf der ganzen Welt ermöglicht. Die rund 1.200 anerkannten Trüffelsucher des Gebietes ermöglichen die Vermarktung der wertvollen Knolle weltweit.

Somit steht für uns fest, dass die Marken dem Piemont in Sachen Trüffel nicht nachstehen. Ein kulinarischer Besuch der Marken lässt sich zudem mit vielen kunsthistorischen Schätzen kombinieren!

 

www.marche.it

 

TIPPS:

 

Domus del Mito

Man kann nicht in Sant’Angelo in Vado gewesen sein, ohne die Ausgrabungsstätte Domus del Mito besucht zu haben. Geboren auf den Ruinen des antiken „Tiphernum  Mataurense“, einer quadratischen Stadt mit der klassischen „Cardo- & Decumanus-Anlegung“, also mit rechtwinklinger Ost-West-Achse und kreuzender Nord-Süd-Achse. In „Campo delle Pieve“, oder „Campo Monti“, gibt es eine Fläche von 1.000 Quadratmetern aus dem ersten Jahrhundert n. Chr., die dank Ausgrabungen in den 2000er Jahren eine perfekt erhaltene „Domus gentilizia“ ans Licht gebracht hat. Es ist der wichtigste und größte archäologische Fund in den letzten 50 Jahren.

 

Urbino –  die Stadt der Renaissance

Urbino ist eine Stadt voller Schätze und Stimmungen, voller Kunst und Kultur.
Urbino, ist Weltkulturerbe mit dem Urheber einer Vision: Federico da Montefeltro.
Urbino ist Geburtsstadt von Raffael, hier lebten sein Vater Giovanni Santi, hier wirkte Piero della Francesca und viele andere Künstler.
Urbino beherbergt den Palazzo Ducale, der unter der hervorragenden Leitung von Dott. Peter Aufreiter nun “seine ganz eigene Renaissance” erlebt.
Urbino ist Studentenstadt umgeben von atemberaubender Landschaft.
Urbino kann man nicht in wenigen Sätzen beschreiben – man muss kommen, es sehen und erleben!

(www.vieniaurbino.it)

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Alle Inhalte Unterliegen dem Copyright und spiegeln lediglich die Meinung der Autorin wieder. Adelheid Wanninger, 2018