Zu Gast in der Provinz Pavia – Teil 2

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Zu Gast in der Provinz Pavia – Teil 2

 

Die Provinz Pavia in der oberitalienischen Region Lombardei bietet sowohl mit ihrer am Fluss Ticino gelegenen Stadt, als auch mit ihrem Umland zahlreiche Anreize für einen Besuch. Sie ist reich an kulturellen Schätzen, gesegnet mit einer atemberaubenden Landschaft und einer ehrlichen, bodenständigen Küche, die auf zahlreiche regionale Produkte zurückgreifen kann.

 

Teil 2

Stadtspaziergang durch Pavia

Ein Stadtspaziergang durch Pavia gibt sowohl Gelegenheit in die quirlige Atmosphäre der Universitätsstadt einzutauchen, als auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Von der viel fotografierten Ponte Coperto aus, die den Ticino überspannt, ist es einfach sich zu orientieren. Die Corso Strada Nuova und die Corso Cavour, die ab dem Kreuzungspunkt Corso Mazzini heißt, teilen die Altstadt in Viertel.

Gleich in der Nähe der „Überdachten Brücke“ liegt die Basilika San Michele Maggiore. Mit ihrer reich verzierten, aber verwitterten Sandsteinfassade wirkt sie von außen zunächst etwas düster. Innen überrascht die romanische Kirche mit dem stark erhöhten Altar vor dem einst mehrere Könige gekrönt wurden. Ganz anders zeigt sich der mächtige 1488 gegründete Dom von Pavia. Der Backsteinbau leuchtet innen förmlich durch hellen Marmor und wird dominiert von der riesen Kuppel – die drittgrößte Italiens nach Rom und Florenz. Leonardo da Vinci und Bramante sollen an den Ausführungen beteiligt gewesen sein.

Entlang der Strada Nuova ziehen sich auch die Palazzi und Gebäude der Universität, die 1361 von den Visconti gegründet wurde. Prächtige, von Arkaden gesäumte Innenhöfe machen es den Studenten hier angenehm.
Der Spaziergang führt weiter, vorbei an den letzten drei verbliebenen Geschlechtertürmen der Stadt, hin zum Palazzo Visconteo. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts von Galeazzo II Visconti gegründet, birgt er heute das kommunale Museum. Einst verband ein riesiger Park das Schloss mit der Klosteranlage Certosa di Pavia, gegründet von seinem Sohn Gian Galeazzo Visconti. (Lesen Sie dazu Teil 1)

 

Oltrepò Pavese

Nach so viel Kultur  fahren wir  hinaus ins Grüne Richtung Sünden, in die Teilregion Oltrepò Pavese. Das Land über dem Fluss Po zeigt sich hügelig  und saftig grün. Bei Mairano di Casteggio machen wir halt um uns die Tenuta  und zugleich Fondazione Bussolera Branca anzusehen. Die Anlage mit ihrem schönen Park birgt ein Museum und Ausstellungsräume für Oldtimer und das Casa dell’Art Brut. Produzenten der Region bieten an manchen Tagen hier ihre Produkte an, wie die berühmte Salami aus Varzi, köstliche Backwaren oder Weine.  Gleich gegenüber der Fondazione liegt die Weinkellerei Le Fracce, in der Önologe Roberto Gerbino hervorragende Weine aus überwiegend autochtonen Rebsorten vinifiziert. Bei einer Führung erzählt der Kellermeister, dass er biologisch arbeitet, jedoch die Bezeichnung für sich ablehnt, weil dies für ihn eine Selbstverständlichkeit sei, nach diesen Richtlinien zu arbeiten. Uns gefallen besonders die Spumanti nach methodo classico, die dazu verführen, einige Flaschen mitzunehmen.

Weiter geht es nach Rivanazzano Terme im Valle Staffora, eine Gegend, die für die wohltuende Wirkung ihrer Brom-haltigen Quellen bekannt ist.

 

Restaurant Selvatico

Unser Ziel heißt Ristorante Selvatico, ein Rustico von 1912, das auch ein Hotel mit sehr individuellen, antik möblierten  Zimmern birgt. Piera Selvatico ist hier die Gastgeberin und  ist als leidenschaftliche Kennerin der gebietsspezifischen Küche auch verantwortliche Chefköchin. An ihrem Herd werden nur beste, naturreine Zutaten verwendet. Tochter Michela hilft beim Kochen und Backen, auch der Brote, die hier hausgemacht sind. Die zweite Tochter Francesca und ihr Mann Sergio sind für den aufmerksamen Service und die Weinberatung im Restaurant zuständig.

Ein herrlich zartes Carpaccio mit schwarzem Trüffel aus dem Oltrepò Pavese bildet den Auftakt, gefolgt von Malfatti di borragine mit einem Ragout aus einer autochtonen Rindersorte der Region und darüber gehobelten Spänen des sehr kräftigen, würzigen Montebore-Käses, der im Original wie eine treppenförmige Pyramide aufgeschichtet ist.
Dazu steht Pinot Nero, einmal als weißer Sparkling und zum anderen als tiefroter Stillwein zur Wahl.  Der  blanc de noir Spumante methodo classico passt göttlich zum Bocconcino di merluzzo, eingesalzenem, gekochten Kabeljau mit süßlichen Zwiebeln auf einem köstlichen Polenta-Spiegel. Früher galt der Fisch als Zahlungsmittel bei Handelsgeschäften, weshalb er hier seine Tradition hat. Das in Kartoffelstreifen gewickelte, frittierte Bauernhähnchen mit salsa verde verträgt gut den Rosso, ebenso wie die frischen Erdbeeren mit Ingwer semifreddo.

Selten haben wir in einem rustikalen Albergo Ristorante besser gespeist, nie eine herzlichere, ehrlichere Gastfreundschaft erlebt. Es wäre nicht Piera, würde sie nicht auch noch hausgebackene Plätzchen zum Espresso bringen. Sie zerschmelzen auf der Zunge und eigentlich wollen wir hier nie wieder fort…. aber wir haben noch etwas vor!

 

Eremo Sant‘ Alberto di Butrio

Der Weg führt weiter nach Ponte Nizza und hinauf auf einen Hügel, auf dem die abgeschiedene Eremitage Sant‘ Alberto di Butrio liegt.  Das Oltrepò Pavese ist durchzogen von einstigen Handelsstraßen und Pilgerwegen, weshalb es viele Klöster, Kirchen und Abteien gibt. Doch die Eremo di Sant‘ Alberto mit ihren gut erhaltenen Fresken, hebt sich durch ihre einzigartige Lage und die besondere Atmosphäre, die der Ort ausstrahlt hervor.
Noch einmal finden wir Gelegenheit in Nazzano von einem Hügel mit einem ehemaligen Wachturm aus, den Blick über das weite Land zu genießen. Wir haben Glück und dürfen ein privates Grundstück betreten (Grazie Signore Marchese!) dessen Jugendstilvilla sich eben in Restauration befindet und eines Tages für edle Events genützt werden soll. Nichts ist wohl schöner, als von hier aus den Sonnenuntergang bei einem kühlen Secco rosé zu zelebrieren.

 

Golf & Country Club Salice Terme

Bevor wir  zurückkehren nach Pavia-Stadt besuchen wir noch den Golf & Country Club von Salice Terme. Was für ein gutes Konzept, den malerisch gelegenen 9-Loch Platz nicht nur Golfspielern vorzubehalten, sondern ihn auch  für andere Sportarten  wie Tennis, Beach Volley und Schwimmen (in drei verschiedenen Becken) zu öffnen. Somit ist auch das angegliederte Restaurant gut besucht und  die Anlage ist immer perfekt ausgelastet.

Wir verabschieden uns vom Oltrpò Pavese. Morgen wird es ins nördlichere Lomellina gehen.

Lesen Sie dazu in Kürze auch Teil 3

 

Region und Stadt:

http://www.provincia.pv.it

http://www.paviaturismo.it

 

authentische Küche im Ristorante Selvatico:

www.albergoselvatico.com

 

Eremo Sant‘ Alberto di Butrio:

www.eremosantalbertodibutrio.it

 

Golf Club Salice Terme:

www.salicetermegolf-country.it

 

Lesen Sie dazu auch Teil 1

Zu Gast in der Provinz Pavia

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Alle Inhalte Unterliegen dem Copyright und spiegeln lediglich die Meinung der Autorin wieder. Adelheid Wanninger, 2018