Sanfter Tourismus im wahren Sardinien

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Sanfter Tourismus im wahren Sardinien

 

 

 

Die beliebte Ferieninsel Sardinien, die zweitgrößte Insel im Mittelmeer, mit ihren zauberhaften Stränden und Buchten, ist besonders für ihre exklusiven Orte und für luxuriösen Urlaub bekannt.  Die nordöstlich gelegene Provinz Nuoro lädt ein, die Insel zwischen Meer und Bergen zu erleben und auch die gebirgige Gegend im Hinterland mit ihren romantischen, mittelalterlichen Dörfern kennenzulernen: das typische, wahre Sardinien mit gelebten Traditionen – jenseits des Jet Set und mit sanftem Tourismus.


Die abwechslungsreiche Landschaft zwischen Traumküste und Gebirge lässt sich neben dem Auto oder Wohnmobil auch herrlich zu Fuß, mit dem Fahrrad und natürlich mit dem Boot erkunden.

Ankunft ist – egal ob mit Flugzeug oder per Fähre ab Genua oder Civitavecchia – der Ort Olbia.
Von hier erreicht man in rund zwei Stunden das malerische Dorf Orosei, Ausgangspunk für unsere kleine Rundreise. Es ist schon spät und so genießen wir nach einem kleinen Rundgang unser Abendessen mit köstlichen Fischspezialitäten im Restaurant „Su Barchile“. Unzählige Gänge, begleitet von bestem, kühlem Vermentino sorgen für einen fröhlichen Abend und guten Schlaf.

 

Cala Ginepro

Der nächste Morgen lädt bei strahlendem Sonnenschein in die zauberhafte Bucht Cala Ginepro (Wacholder) ein. Hier steigen wir um auf Moutainbikes oder E-Bikes und entdecken auf unserem Ausflug das beeindruckende, etwa 850 ha große Naturschutzgebiet Oasi di Bidderosa. Es beeindruckt mit seiner Urlandschaft, die nie von Menschenhand verändert wurde. Nachdem in den 60er Jahren viele Bausünden in Sardinien entstanden, erkannte man hier rechtzeitig die Notwendigkeit, den Landstrich zu schützen. Wilde Flora mit Eukalyptus, Pinien, Palmen und dem hier so urtümlichen Ginepro umsäumt die smaragdfarbene Lagune und bietet Schutz und Heimat für eine ganz eigene Tierwelt. Schließlich erreichen wir einen schneeweißen Strand mit kristallklarem, türkisfarbenem Wasser.
Nach einem Picknick am Strand, liebevoll von benachbarten Privatleuten für uns zubereitet, geht es nachmittags mit Francesco auf Motorboot- Exkursion entlang des Golf von Orosei.

 

Golf von Orosei

Kleine Buchten wechseln mit 7 km langen, flach abfallenden Stränden, dann mit schroffen Felsformationen, die sich fast senkrecht ins Meer stürzen. Genau sie sind es, die mit ihren zahlreichen kleinen und großen Grotten viele Bootsausflügler anlocken. Man hat die Wahl: Schwimmen gehen am Strand oder direkt vom Boot aus ins glasklare Wasser. Großartig, dass Bootstouren mit einem hop on- hop off Prinzip angeboten werden. Die Gäste fahren ein Stück per Boot, gehen an einem Strand schwimmen, wandern eine Strecke zum nächsten Strand (der schönste ist die Cala Luna!), gehen wieder aufs Boot, besichtigen eine Grotte, gehen an Land zum gebuchten Lunch und wieder zurück aufs Boot. Eine tolle Idee!
Nach rund zweieinhalb Stunden, jeder Menge Spaß und unzähligen beeindruckenden Stränden und Grotten heißt es Abschied nehmen vom Meer.

 

Autunno in Barbagia

Wir fahren ins Landesinnere und nehmen an einem Dorffest teil, das heute in Oliena stattfindet.
„Autunno in Barbagia“ findet von September bis Mitte Oktober jede Woche in einem anderen Dorf der Teilregion Barbagia statt. Hier bewahrt Sardinien sorgsam den Schatz seiner Traditionen. Häuser öffnen sich, zeigen altes Handwerk, verkaufen Produkte ihrer Landwirtschaft; Menschen treffen sich zum Singen, Tanzen, Musizieren und Essen. Stolz trägt man regionale Tracht – nicht etwa für die Gäste, sondern für sich selbst. Es geht um Gemeinschaft, Gastfreundschaft und den Erhalt der Sprache (übrigens ist Sardisch eine eigenständige Sprache!) und Dialekte.

 

Su Gologone

Tief beeindruckt erreichen wir Su Gologone, ein mit viel Liebe zum Detail gepflegtes Resort, einem Garten Eden gleich. Das Abendessen spiegelt wider, dass wir in den Bergen sind. Schaf- und Ziegenkäse, Gemüse und Fleischspezialitäten bereiten ein opulentes Mahl, von kräftigem Rotwein begleitet.
Am Morgen besichtigen wir auch den eigenen Kunsthandwerkladen, der Schätze wie Schmuck, Keramiken, Kissen und viele andere liebevoll gestaltete Unikate birgt. Dabei entdecken wir liebevolle Details des Resorts, wie etwa „die Terrasse der Wünsche“.
Dann brechen wir mit dem Jeep ins Trekkinggebiet Valle di Lanaitto auf, das im silbrig schimmernden Gebirge liegt.

 

Valle di Lanaitto

Dort besichtigen wir das prähistorische Nuraghendorf Sos Carros aus dem 7.- 9. Jh.v.Chr., ein bedeutendes Kulturerbe Sardiniens, das erst 1977 entdeckt wurde und mit seinem Brunnenheiligtum eine echte Besonderheit darstellt. Ganz in der Nähe befindet sich die Grotta di Sa Oche, die mit ihren unterirdischen Seen einen natürlicher Wasserspeicher der Region darstellt.

 

Azienda Agricola Puddu

Auf unserer Weiterfahrt besuchen wir den landwirtschaftlichen Betrieb Azienda Agricola Puddu, der für hervorragende Weine und Wurstspezialitäten bekannt ist. Man muss dort einfach einen Stopp machen! So viel Herzllichkeit – so viel Köstlichkeit und so viel Natürlichkeit…menschlich, wie bei den Produkten!
Nina Puddu musste sehr schnell den elterlichen Betrieb übernehmen, als kurz nacheinander der Vater und einer der beiden Brüder verstarben. Mit Herzblut betreibt sie zusammen mit dem verbliebenen Bruder heute die Azienda weiter und hat ihrer Familie den ausgezeichneten Rotwein ‚pro vois‘ (für uns) kreiert.

Unsere Route führt uns zurück ans Meer, nach Torre die Bari, wo wir abends bei Sonnenuntergang noch ein Bad genießen.

 

Grüner Zug von Sardinien

Il Trenino Verde ist eine alte Eisenbahnstrecke, die Arbatax, wenig nördlicher, mit dem grünen Herzen Sardiniens in der Provinz Ogliastra verbindet. Diese eingleisige Schmalspurbahn, die Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurde, erlebte verschiedene Ereignisse und drohte mehrmals zu schließen.
Heute fährt sie wenigstens noch in den Sommermonaten. Wir sind zu spät  und so schlängeln wir uns auf einer Panoramastraße die von Kork- und Steineichen gesäumt ist hoch auf 800 Meter ins Gebirge, um dort im Dörfchen Seui wenigstens das Eisenbahnmuseum zu besichtigen. Die Besonderheit: es liegt im Palazzino Liberty, einem hübschen kleinen Jugendstilhaus.  Alte Kerkeranlagen (ein Überbleibsel aus der 400jährigen spanischen Besatzungszeit) gäbe es auch noch zu sehen, aber wir entscheiden uns am sonnigen Tag für einen Spaziergang durch den Ort, der früher vom Bergbau und Schafhaltung lebte. Nach einer kleinen Mittagsrast fahren wir zurück nach Uliassi. Dort sind die riesigen Höhlen „Su Marmori di Uliassi“ unser Ziel.

 

Su Marmori di Uliassi

Die Marmuri-Höhle (Marmuri bedeutet Marmor in sardischer Sprache) erstreckt sich über 850 m Länge. Es ist eine eindrucksvolle Formation mehrerer Räume die aufeinander folgen und sich durch eine einzigartige Landschaft aus Stalaktiten, Stalagmiten , Säulen und zwei unterirdischen Seen auszeichnen. Über Jahrtausende hinweg hat hier die Kraft des Wassers eine unterirdische Straße in den Kalkstein des Jura gegraben. Der geführte Besuch dauert etwa 60 Minuten und führt über Treppen und teilweise befestigte Pfade.  Rutschfestes Schuhwerk ist durch die Feuchtigkeit zu empfehlen. Der wohl spektakulärste Abschnitt ist der Cactus-Raum, der von einem fast zwanzig Meter hohen Stalagmit dominiert wird. Das Spiel von Wasser, Licht und Kalksteinformationen schafft hier ein Schauspiel von unvergesslichem Charme.

Zugänglich ist die Höhle für die Öffentlichkeit bereits seit Mitte der 50er Jahre.
Aufgrund der vorherrschenden Temperaturen (warme Jacke anziehen!) bietet die Höhle im Winter tausenden von Fledermäusen Zuflucht für ihre Winterruhe. Fast alle Miniotteri- Fledermäuse, eine in Sardinien vorkommenden Art, kommen hier her. Somit spielt die Höhle eine grundlegende Rolle für die Erhaltung des Ökosystems.

 

Torre di Bari

Tief beeindruckt geht es zurück nach Torre di Bari, wo wir nach einem Bad in der herrlichen Bucht unser letztes Abendessen genießen.

 

Nuoro

TIPP: Bei einem Ausflug in die Stadt Nuoro unbedingt das ethnographische Museum besuchen. Es unterscheidet sich wohlwollend von den meisten anderen Museen, wird mit Herblut geführt und gibt einen guten Einblick in Handwerkskunst, Trachten und Historie.

 

Tourismusamt Nuoro

www.stlnuoro.it

info@stlnuoro.it

 

Ristorante Su Barchile

http://www.subarchile.it

 

www.oasibiderosa.it

 

Radverleih und Radtouranbieter:

http://www.letsbikesardinia.com
(facebook.com/lets.bike.sardinia)

 

Motorboot- Exkursionen (Francesco Patteri)

http://www.sweetsummer-orosei.com

 

Experience Hotel mit sehr gutem Restaurant:

http://www.sugologone.it
Botteghe d’Arte ‘Su Gologone Style’  giopalimodde@tiscali.it

 

Hervorragender Anbieter für geführte Exkursionen:
Barbagia Insolita

http://www.barbagiainsolita.it

 

Ausgezeichnete Weine und Wurstspezialitäten:

www.aziendaagricolapuddu.it

 

Gut speisen und wohnen:

http://www.hotellatorresardegna.com

 

Tipp für die Rückfahrt nach Olbia:

unbedingt einen Stopp bei

Restaurant/Cafe am schönen Strand bei  San Teodoro 12.1  und AQA 21 cooking and cocktail  machen! Wunderschön am Strand gelegen!

dodicipuntouno@gmail.com

 

Unbedingt probieren:

die sardische Spezialität Gulurgiones -frittierte Teigtäschchen mit Käsefüllung- mit Honig als Dessert zu essen. Sünde pur!

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Alle Inhalte Unterliegen dem Copyright und spiegeln lediglich die Meinung der Autorin wieder. Adelheid Wanninger, 2018