Verliebt in Madrid

 

Verliebte, ob jung oder alt, träumen oft von einem Citybreak, der kleinen Flucht für ein verlängertes Wochenende um einfach der Romantik einmal wieder freien Lauf zu lassen.
Dabei muss es nicht immer Paris oder Venedig sein, denn auch Madrid birgt viele romantische Ecken und Winkel. Spazieren gehen in traumhaften Gärten, spektakuläre Sonnenuntergänge beobachten, einzigartige Panoramen von herrlichen Dachterrassen aus genießen, durch Edelmeilen oder verwunschene Gässchen schlendern oder beim candle light dinner  in eleganten Restaurants flirten –  Spaniens Hauptstadt lässt Herzen garantiert höher schlagen.

Drei romantische Tage in Madrid

Erster Tag

Die Auswahl an hübschen kleinen und großen Hotels ist in Madrid immens. Wir wählten für unseren Kurzaufenthalt das ideal im Bezirk Salamanca gelegene  Hotel Petit Palace Embassy  in der Calle de Serrano. Es punktet durch schöne Zimmer, äußerst freundliches Personal und ein grandioses Frühstücksbuffet.

Nur rund fünf Minuten sind es von dort zum Gran Hotel Meliá Fenix  in der Calle Hermosilla,
wo erst in jüngster Zeit das ausgezeichnete Restaurant Aduana eröffnet wurde. An schönen Tagen kann man den Kaffee selbst im November noch immer auf der Dachterrasse einnehmen und von dort die Aussicht über den Stadtteil Salesas und die Plaza de Colon genießen. Wer mag, trinkt hier abends in der ‚Bar Martini‘ natürlich Martini – in allen Variationen.

Spätnachmittags lohnt sich ein Spaziergang zum Plaza Oriente im Zentrum und weiter zum Königspalast und der Kathedrale la Almudena. Viele Menschen sehen sich täglich von hier aus den Sonnenuntergang über den Jardines del Campo del Moro an.

Fast noch romantischer zeigt er sich nur wenig entfernt an der Tempelanlage Templo del Debod.
Gerade junge Paare lieben diesen magischen Ort mit seinen großzügigen Teichen, den kleinen Fontänen und dem alt-ägyptischen Tempel – ein Geschenk  Ägyptens an die Stadt Madrid. Atemberaubend, wie sich der Himmel langsam lila verfärbt und die sich neigende Sonne die Gebäude in orange-goldene Töne taucht.
Eigentlich möchte man ewig hierbleiben, aber das historische Zentrum von Madrid ruft zur Tapas-Tour.  Gleich gegenüber der Kathedrale liegt die Bar El Anciano Rey  http://www.elancianoreydelosvinos.es/  in der wir den Abend mit einem Glas Tinto eröffnen. Dazu bekommen wir einen Teller köstlicher Oliven und beobachten, wie hunderte von Menschen aus der Kathedrale kommen. Heute war Feiertag und alle haben der Stadt-Patronin Almudena die Ehre erwiesen, ihr Blumen gebracht und sind teils stundenlang dafür in Schlangen angestanden. Vorbei an der Plaza della Villa, dem ältesten Platz Madrids, kommen wir zu den wunderschönen Markthallen San Miguel. Während die einen hier noch Schinken oder Fisch für zuhause einkaufen, trinken andere einen Aperitivo oder essen eine der kleinen Köstlichkeiten, die verlockend in den schön dekorierten Theken warten.
Weiter geht es zur Plaza Mayor, die heuer ihr 400jähriges Bestehen feiert. Tanzgruppen und Sänger geben gerade ihre letzten Stücke zum Besten, es ist kühl geworden und das Publikum drängt in die Tabernas zum „tapeo“.

Auch wir ziehen auf unserer Tapas-Tour durch das  Madrid der Habsburger und das bunte Stadtviertel La Latina weiter und kehren im Los Galayos http://www.losgalayos.net/  ein.
Im Barbereich ist es bereits voll und so nehmen wir an einem Tisch Platz und bestellen Tapas nach Herzenslust. Tortilla, Patatas Bravas und Croquetas dürfen nicht fehlen! Noch einmal brechen wir auf, lassen uns bezaubern von kleinen Gassen wie der quirligen Cava Baja, um uns bei Capitán Alatriste  http://www.tabernadelcapitanalatriste.com/  auf ein letztes Glas Rotwein, begleitet von zartem Jamón ibérico zu erfreuen.

 

Zweiter Tag

Nach ausgiebigem Frühstück steht das  Romantikmuseum auf dem Programm.
In der schönen Villa, die das  Museum beherbergt, werden das Alltagsleben und die Bräuche der oberen Bourgeoisie während der Romantik nachgebildet und man erhält einensehr guten Einblick über die die wichtigsten Protagonisten dieser Epoche und ihre Gepflogenheiten. Außerdem locken ein hübsches, sehr stilvolles Café mit antikem Mobiliar und ein reizvoller, kleiner Garten.
Ganz anders zeigt sich  das Leben außerhalb im lässig-modernen Chueca-Viertel. Bei einem kurzen  Streifzug wird schnell klar: es ist das Schwulenviertel der Stadt, zu dem man sich in Madrid gerne bekennt. Der Abgang der Metro ist in den Farben der Szene gehalten, Plakate werben für einen offenen Umgang mit der Thematik. Verliebt darf hier sein, wer will, in wen er will.

Nach einem Gläschen Vermouth als Aperitif geht es ins Restaurant CEBO, das mit sehr moderner Atmosphäre aufwartet. http://www.cebomadrid.com/  Chef Aurelio Morales war lange Jahre in Barcelona tätig, bevor er nach Madrid wechselte und lässt nun Einflüsse beider Regionen in seinem Küchenstil einfließen. Manchmal ein bisschen experimentell, immer schön in der Präsentation und mit sehr aufmerksamen Service, ist es allemal eine interessante kulinarische Erfahrung.  Den ersehnten Stern gab es jetzt im November noch nicht – er wird wohl kommen, vielleicht in 2018.

Nach Seeigel, Pilzrisotto und Blaugarnele tut ein ausgiebiger Spaziergang zur Gran Vía gut. Ein mondäne Straße mit bestechend schönen Gebäuden vorwiegend aus Historismus und Jugendstil, eines faszinierender als das andere. Das Tor zur Straße, die ein bisschen einer Avenue in Chicago gleicht, bildet das markante Metropolis-Gebäude. Wichtig ist vor lauter Staunen dennoch die Zeit im Auge zu behalten, denn rechtzeitig zum Sundowner sollte man im Café Círculo de Bellas Artes sein, auf dessen Dachterrasse man einen herrlichen Panoramablick über das gesamte Zentrum von Madrid genießen kann.

Es ist ein angesagter Treffpunkt für junge Leute, für Verliebte und ein Muss für alle, die diesen Aussichtspunkt noch nicht kennen. Bei einem Cocktail oder kühlen Glas Cava hier in die besondere Atmosphäre eintauchen und dabei zusehen wie die untergehende Sonne die Farben der Stadt verwandelt, ist einer dieser Momente, die man sicher nie mehr vergißt.

Wer abends noch eine Kleinigkeit essen möchte, der hat die große Auswahl: Über 3200 Restaurants sind in Madrid verzeichnet – ohne den kleinen Bars und Cafès, die es zusätzlich gibt! Wir entscheiden und für das  Restaurant La Máquina  in der nahe gelegenen Jorge Juan. Von kalten Häppchen bis zu warmen Speisen, hier ist in ungezwungener Atmosphäre alles möglich. http://lamaquinajorgejuan.es/ 

 

Dritter Tag

Heute steht alles im Zeichen der Gärten.  Der 1,43 km² große Retiro Park – der Erholungspark und die grüne Lunge von ganz Madrid – lädt zu ausgiebigem Flanieren ein.  Der Park ging aus den Gärten der Schlossanlagen unter der Regierung Philipps II hervor. Der Palast selbst ist durch die napoleonischen Kriege zerstört worden und längst verschwunden – geblieben und erweitert sind die zauberhaften Gartenanlagen. Vom Eingang gleich neben der Puerta de Alcalá, dem Triumphbogen von Madrid, kommt man nach kurzer Zeit an einen großen See. Irgendwo spielt eine Band, Brunnen plätschern und Paare rudern in blauen Booten in trauter Zweisamkeit von einem Seeende zum anderen.
Zauberer und Gaukler faszinieren die Spaziergänger mit ihren Kunststücken und Mickey Mouse Figuren unterhalten gegen ein paar Cent Kinder und Erwachsene. Vielleicht ein Eis vom Kiosk oder einen Kaffee am See? Aber es gibt noch etwas zu entdecken, etwas weiter hinten im Park.
Dort steht – an einem kleineren See mit Wasserfontäne ein imposanter Kristallpalast aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Fast ehrfürchtig hält man den Atem an, so beeindruckend schön ist er. Dazu die leuchtenden Herbstfarben der Weiden und Lärchen, die am Ufer und im See stehen – fast märchenhaft. Für Viele deshalb auch die Fotokulisse schlechthin.

Schöner kann es eigentlich nicht mehr werden, dennoch wollen wir auch den Botanischen Garten besuchen. Über den majestätischen Seitenausgang des Parks, vorbei am berühmten Prado-Museum kommen wir auch an der Jerónimo Klosterkirche vorbei. Eben verlässt eine Hochzeitsgesellschaft die Kirche und das glückliche Paar schreitet zum mit Schleifen geschmückten Bentley samt Chauffeur. Romantik pur!

Der botanische Garten, 1755 von König Ferdinand VI gegründet, ist jetzt im späten November zwar gerade stark abgeblüht ist, bezaubert aber dennoch allein durch die unterschiedlichsten Bäume der ganzen Welt und durch seine großartige Bonsai-Sammlung. Warum hier unzählige Sittiche frei herumflattern, weiß niemand so ganz genau.

Passend zum Garten-Thema wählen wir für unser Mittagessen das Restaurant La Huerta de Carabaña. http://huertadecarabana.es/
Es ist das Stadtrestaurant, das außerhalb Madrids ein landwirtschaftliches Anwesen mit Gemüse- und Obstanbau betreibt. So kommen hier nur beste, selbst angebaute Produkte auf den Tisch, saisonal und täglich frisch versteht sich – eine Tiefkühltruhe gibt es in der Küche nicht! Dazugekauft wird nur von regionalen Händlern des Vertrauens. Gerade beim Fleisch ist das Chefkoch Ricardo Alvarez wichtig. „Hingebungsvoll“ hat er für uns nach vielen wunderbaren Gemüsegängen eine Kalbsstelze 11 Stunden lang bei 60° gegart – ein Erlebnis! Im edlen Restaurant werden die Gäste stilvoll und vom Feinsten verwöhnt. Besonders bemerkenswert ist jedoch, dass der Inhaber auch den „normalen“ Gästen  die Chance gibt, bei ihm zu speisen: Die Küche öffnet sich nach zwei Seiten:  zum Restaurant und zur anderen Richtung zu einem netten Bistro. Ein schönes Konzept!

Nach mehrgängigem Menü tut ein Streifzug durch die Stadtviertel Salamanca und Salesas besonders gut. Dort in den  neuesten Modegeschäften zu stöbern macht besonders Spaß und ist außerdem ein Genuss für die Augen. Auffällig ansprechende Innenarchitektur und schöne Dekoration jenseits großer Ketten geben das Gefühl, stets Neues und Individuelles zu entdecken. Dabei sind die Kategorien von günstig bis teuer bunt gemischt.

Nach ausgiebigem Bummel und etwas Ruhe im Hotel haben wir für den Abschluss-Abend etwas Besonderes gewählt:  Es geht in den Kulttempel La Platea  http://www.plateamadrid.com , ein ehemaliges Kino, das für ein gastronomisches Konzept umgebaut wurde.
Im Eingangsbereich scheint der riesige, mehrstöckige Raum ähnlich wie eine Markthalle mit verschiedenen Ständen. Vor dem Bühnenvorhang beschallt ein DJ  das Publikum. Auf der Empore im ersten Stock findet sich das Bistro Canalla, von dem aus man während des Menüs, dann wenn sich der Vorhang öffnet, ein wechselndes Show-Programm verfolgen kann.

Vielleicht noch einen Cocktail an der Bar El Palco im zweiten Stock, etwas Tanzen im Club Platea oder doch lieber zurück ins Hotel?
Egal ob man gerade verliebt ist, sich nach Romantik sehnt oder nicht – in Madrid, diese Stadt mit ihren tausend Gesichtern, verliebt man sich allemal!

 

Infos zu Madrid über:

www.esmadrid.com

oder
www.tourspain.es

www.spain.info/de

 

Schön wohnen:

Hotel Petit Palace Embassy

http://www.petitpalace.com/hotel-embassy-serrano-en-madrid/

Gran Hotel Meliá Fenix

http://www.granmeliafenix.com

 

Tipp: 

Für alle Damen, deren Männer leider nicht zu einem Opernbesuch zu überreden sind:
Die Oper von Madrid, gleich nahe dem Plaza Oriente kann man auch ganz ohne Oper bei einer Führung besichtigen. Ein toller Kompromiss!

Weitere Unternehmungen:

Nationalmuseum Thyssen- Bornemisza ( derzeit Picasso/Lautrec)

Prado Museum ( derzeit mit Mariano Fortuny)

Teatro Lope de Vega ( derzeit mit König der Löwen)

Fundacion Mapfre ( mit Zuloaga-Ausstellung)

Romantikmuseum

http://www.mecd.gob.es/mromanticismo/inicio.html

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Alle Inhalte Unterliegen dem Copyright und spiegeln lediglich die Meinung der Autorin wieder. Adelheid Wanninger, 2018