Granada – Wo Kultur und Natur ganz nahe sind

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Granada – Wo Kultur und Natur ganz nahe sind

Es gibt viele Gründe, die für einen Urlaub in Andalusien sprechen. Meist sind es die Küstenregionen wie die Costa del Sol, Costa de la Luz, Costa del Almeria oder die Costa Tropical, die die Urlauber an ihre feinen Sandstrände und versteckten Buchten locken. Wer sich jedoch in einer Region wie Granada ins Landesinnere begibt, wird vom landschaftlichen und kulturellen Reichtum der Provinz und ihrer legendären Stadt fasziniert sein.

Nach eineinhalb Stunden Autofahrt ab Malaga Flughafen erreiche ich die geschichtsträchtige Provinzhauptstadt Granada.
Allein ihre Lage an den Ausläufern der Sierra Nevada und entlang der Flusstäler des Darro und Genil ist besonders. Die Vorzüge liegen klar auf der Hand: es wird hier nicht so heiß wie im Rest des Landes und auch Wasser gibt es reichlich!
Ein Vorteil, den bereits die Mohammedaner im achten Jahrhundert nach Christus nach ihrer Überschreitung der Meerenge von Gibraltar erkannten und sich dadurch gerne hier niederließen. So entstanden im letzten mohammedanischen Königreich der Iberischen Halbinsel Stadtviertel wie der Albayzín, aber nachfolgend vor allem eine der bis heute prächtigsten Palastanlagen der Welt: die Alhambra!

Bei meiner ersten Erkundungstour durch die Stadt, stehe ich plötzlich vor der riesigen Kathedrale. Durch die schmalen Gassen kann man sie von keiner Richtung aus vorab sehen. Jeime, der mich begleitet, erklärt, dass sie auf die Grundpfeiler der ehemaligen Hauptmoschee gebaut wurde. Er führt mich durch enge Strassen mit kleinen Restaurants, die Alcaicería, die einem orientalischen Bazar gleicht und den Boulevard Reyes Católicos, wo sich edle Boutiquen und vornehme Banken aneinander reihen. Und natürlich besuchen wir eine der unzähligen Tapas Bars. Jeime erzählt stolz, dass ‚seine Stadt‘ zum ersten Getränk immer eine kleine Köstlichkeit offeriert. Viele Einheimische und Studenten verzichten daher auf das Abendessen zu Hause und ziehen abends einen geselligen Rundgang von Bar zu Bar vor. Für mich heißt es  jedoch zeitig ins Bett gehen- ich habe morgen ein großes Programm vor mir.

La Alhambra

Heute ist die Alhambra, wegen ihres Gesteins auf Arabisch “die Rote” genannt, auf dem Hügel Sabika mein Ziel. Überbordend an Symbolik und mythologischen Gehalt sollen sowohl die Gärten als auch die Alcazaba sein.

Pedro Calderón, mein heutiger Führer, fordert mich auf, frühmorgens pünktlich zu sein. Der Ansturm auf das begehrte UNESCO-Weltkulturerbe ist jeden Tag riesengroß. Von der Plaza Nueva aus drängen sich  kleine Linienbusse und zahlreiche Taxis Richtung Eingang. Wie gut, dass unsere Tickets bereits reserviert sind – alles andere wäre riskant, es kommt vor, dass Leute keinen Einlass mehr bekommen. Pedro erklärt mir, dass wir auch innerhalb der Anlage unsere Tickets immer wieder vorweisen müssen. Die Eintrittszeiten zu den einzelnen Gebäuden sind genau getaktet.

Wir starten mit dem Generalife, dem Sommerpalast der  Nasriden- Könige.
Atemberaubend sind die opulent bepflanzten, terrassierten Gärten mit ihren Wasserläufen, Teichen und Brunnen. Die Schwärme hunderter, Selfie- schießender Japaner versuche ich mir dabei wegzudenken. Pedro macht mich auf den Schiffs-förmigen Aufbau der Alhambra aufmerksam, den man von der Sommerresidenz aus gut erkennt. Eigentlich kann man die Anlage als eine ‚Stadt in der Stadt‘ bezeichnen, mit Festung, Palästen und Wirtschaftsgebäuden. In der Zeit nach der Reconquista wurden Teile durch das Kloster San Francisco, die Kirche Santa Maria und den Renaissance Palast Karls V. ersetzt.
Der äußerlich wuchtige Bau ist heute dank seines kreisrunden Innenhofs Schauplatz vieler kultureller Veranstaltungen.
Um wie viel graziler wirken da die Ornamente, Säulen und Bögen der früheren Herrscher! Kuppeln mit tausenden hängender Prismen, Wände mit ornamentalen Inschriften und Deckenfresken die einst in bunten Farben leuchteten, beeindruckten auch den amerikanischen Schriftsteller Washington Irving, der die “Erzählungen aus der Alhambra” schrieb.

Unbedingt sollte man einen der Wehrtürme erklimmen, um die faszinierende  Aussicht von hier zu genießen. Die weiß glitzernden Berge der Sierra Nevada auf der einen Seite, auf der anderen die Altstadt Albayzín, der Sacromonte und das gewachsene moderne Granada mit seinen Stadtteilen Realejo und der alles überragenden Kathedrale.
Man könnte sich mehr als einen Tag hier aufhalten und hätte immer noch nicht alles gesehen. Ich entschließe mich zu einer Mittagspause auf der schönen Terrasse des Hotel Alhambra Palace und verinnerliche den sagenhaften Blick über die unter mir liegende Stadt.

Dia de la Cruz

Die befindet sich heute im Ausnahmezustand, denn es wird das Fest ‚Dia de la Cruz‘ gefeiert.
Alle Plätze und viele Innenhöfe sind besonders geschmückt, immer mit einem roten Kreuz, viel Blumenschmuck und traditionellen, regionalen Gegenständen aus Keramik und Kupfer. Der schönste Platz wird am Tagesende prämiert. Die ganze Stadt ist auf den Beinen, Frauen zeigen sich stolz in ihren traditionellen Flamenco Kleidern, man tanzt, trifft sich zum Essen und zum geselligen Beisammensein. Auf dem Heimweg zum Hotel sehe ich zwei Reiter an einer  Ampel, die eine hübsche Señorita hoch zu Ross zu einem der Festplätze bringen. Welch herrliches Bild!

Los Cahorros de Monachil

Gut ausgeruht geht es am nächsten Tag zu einem ganz anderen Ziel: Nur rund 12 Kilometer außerhalb von Granada – Stadt befindet man sich in einer anderen Welt. Monachil heißt das kleine Bergdorf, in dem ich mich mit meinen Wanderguides Belén und Luis treffe.

Los Cahorros de Monachil heißt unser Ziel –  eine spektakuläre Schlucht, die aufgrund der Verschiebung der Kontinentalplatten entstand und heute zu einem Naturpark zählt. Am Río Monachil entlang, über Treppen und abenteuerliche Hängebrücken zieht es uns tiefer in das Bergmassiv hinein und immer höher hinauf.
An einem kurzen Abschnitt hilft uns ein schmaler betonierter Pfad selbst schwierige Passagen zu meistern, bei denen der Fels dicht über den Weg hängt.
Die faszinierende Landschaft von Los Cahorros beeindruckt mit bizarren Schönheiten. Eine davon ist die Höhle Cueva de Las Palomas. Der Fluss hat sich hier seinen Weg durch die Felsen gebahnt. Während der letzten Strecke erreichen wir einen nach Macchia riechenden Höhenzug, von dem wir die Tiefe der Schlucht noch einmal bestaunen können und einen weiten Blick bis hin zur Stadt haben.

Albayzín

Zurück im Dorf gibt es zur Stärkung eine regionale Spezialität: frisch geerntete Bohnen und Artischocken mit Jamon, dazu ein Glas Weißwein und natürlich zum Abschied hausgemachten Pacharán – einen köstlichen Anis-Schlehen-Likör, seit dem Mittelalter in Spaniens Bergregionen beliebt. Dann geht es für mich zurück in die Stadt.
Abends treffe ich noch einmal Pedro, er führt mich durch die Altstadt Albayzín, die bis heute an die Zeiten von Al-Andalus erinnert. Seit dem 11. Jahrhundert hat sie ihren Charakter als Medina behalten. Die typischen, weiß gekalkten Häuser und Moscheen schmiegen sich an den Hügel hinauf bis zur Kirche San Nicolás. Gassen und Treppen  werden von kleinen Geschäften und gut besuchten Teestuben gesäumt. Viele Menschen strömen hier zur Vorabendzeit hinauf, denn dort befindet sich der Aussichtspunkt von San Nicolás, von dem aus man den perfekten Panoramablick auf die Alhambra hat. Alle warten auf den Moment, wenn sie sich im Licht der Dämmerung langsam immer rötlicher färbt um dann nachts hell erleuchtet zu werden. Für einen Moment denke ich mir, was das für ein wundervoller Ort ist: ohne Fragen nach Herkunft, Kultur, Hautfarbe oder Religion der Menschen, die hier aufeinander treffen! Hier ist die Vermischung unterschiedlicher Kulturkreise über Jahrhunderte gewachsen.

Ich habe großes Glück und bekomme auf der Terrasse des Restaurant Las Tomasas einen der begehrten Tische. Zu köstlichem Baccalao und erfrischendem Cava sehe ich dem Spaktakel zu. Ein Anblick, den man nie wieder vergisst!

 

Empfehlenswerte Restaurants:

 

Restaurant im Hotel Alhambra Palace                                 www.h-alhambrapalace.com

Restaurant Las Tomasas                                                          www.lastomasas.com

Parador de Turismo (Kloster innerhalb der Alhambra)    granada@parador.es

Huerta del Laurel ( in Monachil, ländliche Küche)             www.huertadellaurel.com

 

Besonders gute Führungen gibt Pedro Calderón               www.pedrocapa@telefonica.net

 

Allgemeine Infos über das Spanische Fremdenverkehrsamt:

www.spain.info/de

munich@tourspain.es

und über

http://www.turgranada.es/

 

Die ausführliche Wanderroute mit Belén und Luis von Integral sowie viele weitere Bilder gibt es hier (und entdecken Sie auch unseren Jerez/Sherry-Artikel im Menü Food!) :

Traumhafte Wanderung zu Los Cahorros de Monachil

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Alle Inhalte Unterliegen dem Copyright und spiegeln lediglich die Meinung der Autorin wieder. Adelheid Wanninger, 2018