Bozen – wo der Norden den Süden küsst

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Bozen – wo der Norden den Süden küsst

Bozen in Südtirol liegt nur etwa 80 Kilometer vom Brenner entfernt. Hier läuft der Alpenkamm sanft aus, geht von Bergen in Hügel und schließlich in eine Ebene über. Beste Voraussetzungen für Weinbau in verschiedenen Höhenlagen. Hier, wo der Norden auf den Süden trifft, pflegt man Südtiroler Lebensart. Man nimmt sich einfach von allem das Beste: etwas von der deftig alpinen Küche, gepaart mit der mediterranen Kulinarik und ihrer Leichtigkeit. Dazu mischt man Italienisch und Deutsch, spricht aber am liebsten Südtirolerisch. Denn eines steht fest: Die Einheimischen fühlen sich weder als Tiroler noch als Italiener. Sie sind stolze Südtiroler mit ihrer ganz eigenen Lebensart.

Wir verbrachten drei Tage in der lebhaften Stadt Bozen.

Lesen Sie gerne Teil eins des Artikels unter:

Bozen – die ganze Vielfalt von Nord und Süd – LastSecrets – Blog zu Reisen, Kulinarik, Wellness und Lifestyle von Adelheid Wanninger.

 

Raffeiner Orchideenwelt

Unseren letzten Tag widmen wir zunächst einem floralen Thema. Nach zwölf Minuten Autofahrt tauchen wir ein, in die geheime Welt der Orchideen. Hier, im Orchidarium öffnet sich eine faszinierende Welt voller Farben, Formen und Düfte rings um die Orchideen. Aber die Raffeiner Orchideenwelt lädt nicht nur reine Liebhaber dieser betörenden Blumenart ein, sondern hält jede Menge an weiteren Möglichkeiten zum Entdecken und Staunen bereit:

 

Da ist die Lori-Voliere, in der man bunte, singende Papageien beobachten und füttern kann. Im Schmetterlingshaus sind in den Sommermonaten anmutige Falter in unterschiedlichsten Größen und Farben zu bewundern. Auch die Koi-Karpfen am Tropensee wollen bestaunt werden. Der Abenteuerspielplatz lädt zum Toben und Klettern ein, ein Sinnespfad zum Lernen. Fünf lange Jahre dauert es, bis aus einem wenige Milimeter großen Pflänzchen – im Labor in einer Petrischale gezogen und genährt – eine kleine „verkaufsreife“ Orchidee wird! Wer hätte das gedacht!

 

Ganz neu ist seit heuer die Orangerie, die mit ihrer Zitrusvielfalt betört. Im Nebenraum zeigt eine Fotoausstellung die besten Aufnahmen der Besucher, aus denen dann nach drei Monaten ein Gewinner hervorgeht. Natürlich hat man auch an ein Bistro mit Erfrischungen und Kuchen gedacht, denn der Aufenthalt im Orchidarium könnte schon etwas länger dauern. Und irgendwann kommt man in den Shop – Bereich. Spätestens jetzt wird es schwierig, sich für eine Schönheit zu entscheiden… oder vielleicht zwei, oder drei?

 

Mittagspause im Thaler Arôme

Noch immer erfüllt vom Duft und der Schönheit der Orchideen entscheiden wir uns für einen kleinen Mittags-Snack auf der Terrasse des Thaler Arôme. Das hübsche Restaurant über den Dächern von Bozen ist gerade der rechte Platz, um wieder sanft einzutauchen in die City. Bei einem gemischten Vorspeisenteller und einem kühlen Glas Weißwein über die Gebäude der Stadt hinüber zu den grünen Hügeln von Kohlern zu blicken, ist die perfekte Mittagspause.

Gut erholt fahren wir noch einmal Bus, diesmal mit der Linie 10 A. Wir steigen am Moritzinger Weg aus und geraten augenblicklich ins Staunen. Vor uns eröffnet sich ein riesengroßes Areal, das an gelungener Architektur und hervorragendem Design nicht zu überbieten ist: die Kellerei Bozen!

 

Die Kellerei Bozen

Shopleiter Harry Oberhoeller empfängt uns herzlich. „Jetzt zeige ich euch erst einmal unsere ganze Kellerei. Die Kellerei BOZEN entstand ja 2001 aus der Fusion der Kellereien Gries und St. Magdalena. Heute zählt die Genossenschaftskellerei 224 Mitglieder, die Trauben vom Bozener Tal bis in die höchsten Lagen auf rund 1.000 Metern Höhe anbauen. Lange haben wir nach dem perfekten Standort für einen Neubau gesucht. Der jetzige Sitz der Kellerei BOZEN im Stadtteil Gries-Moritzing wurde 2018 fertiggestellt. Wir sind sehr stolz darauf, dass unsere Kellerei die erste Südtiroler Weinkellerei ist, die das renommierte Nachhaltigkeitszertifikat des Ökoinstituts Südtirol erhalten hat“, erklärt Harry. Sowohl im äußeren Erscheinungsbild als auch in der Verarbeitung der Trauben spiegeln sich modernste Prinzipien der Nachhaltigkeit wider.

Wir gehen unter dem Gespräch langsam die Auffahrt der Kellerei nach oben, bis dahin, wo bei der Traubenanlieferung Ende August, Anfang September die Traktoren mit ihrer Traubenliefeung zur Waage anfahren. Natürlich tun wir das nicht, ohne vorab die herrliche Aussicht nach Norden und Süden zu genießen. Atemberaubend, wie die Kellerei eingebettet liegt in die gesegnete Landschaft und die Weinhänge!

 

Kurze Wege bei der Anlieferung und in der Kellerei

Die Trauben der Weinbauern haben kurze Wege bei der Anfahrt zur Kellerei und auch innerhalb. Die Weinbauern liefern in der Erntezeit ihre Trauben direkt auf dem höchsten Punkt der Kellerei an. Diese werden von Kellermeister Stephan Filippi selektioniert und rein durch Schwerkraft gleiten sie schonend in die relevanten Bereiche. Dadurch werden nicht nur die Einflüsse von außen auf Trauben und Wein reduziert, sondern auch der Energieverbrauch!

„Auf 350 ha Fläche und unterschiedlichsten Böden gedeihen nicht weniger als 16 Rebsorten – von lokalem Lagrein oder Vernatsch bis zu internationalen Playern wie Sauvignon Blanc oder Pinot Grigio.  Durch die Vielfalt bei Rebsorten und Böden können einzigartige Weine mit unverwechselbarem regionalem Charakter vinifiziert werden“, erklärt Harry.

Nach Besichtigung des mehrstöckigen Kellers lädt Harry zur Weinprobe in den Verkostungsraum ein. Der Trend bei der Kellerei BOZEN geht mittlerweile zu Weißweinen, die etwa die Hälfte der Produktion ausmachen. Wir dürfen Sauvignon, Chardonnay, St. Magdalener, Pinot Noir, Grieser Lagrein und kräftigen Cabernet probieren – und sind begeistert vom Ausbau und der eigenständigen Aussage der Weine. Man muss sie einfach einmal selbst verkosten, damit man erkennt: Es ist wohl einfach die Leidenschaft, die man in jedem einzelnen Schluck schmecken kann! Eigentlich wäre da ja noch der köstliche Süßwein, aber irgendwie ist uns die Zeit davongelaufen und es geht daher zurück ins Hotel.

Danke Harry für die großartige Führung und natürlich: bis bald!

 

Dinner im Mochi

Zurück im Parkhotel Mondschein heißt es nach einer Runde Schwimmen im Pool schnell frisch machen und umziehen. Der Abend hält noch eine neue Location für japanisch-europäische Küche bereit. Das Restaurant Mochi liegt auf der Dachterrasse des Falkensteiner Hotels im neuen Waltherpark.

Neben dem Blick über die Bozener Dächer bis hin auf den Waltherplatz hält es euro-asiatische Küche, lässigen Style und freundlichen Service bereit. Das Thunfisch-Sashimi mit stracciatella di burrata, ponzu und Olivenöl ist eine Wucht, aber auch die gegrillte Seebrasse yuzu dashi mit shiso oil und Fenchel Salat überzeugt durch ihre außergewöhnliche asiatische Würze. Hier waren wir sicher nicht das letzte Mal! Und ja – dann gibt es natürlich noch 1000 andere Gründe, bald wieder nach Bozen zu kommen!

 

Und falls Sie wieder einmal über den Brenner zum Meer fahren und nicht genau wissen, wo Bozen ist, dann ist die Antwort ganz einfach:

 

Bozen liegt da, wo der Norden den Süden küsst!

 

 

Infos zu Bozen unter:         www.bolzano-bozen.it

 

Raffeiner Orchideenwelt   www.raffeiner.net

 

Kellerei Bozen                     www.kellereibozen.com

 

TIPP:

Ein wunderschöner Wanderweg ist der „Passeggiata del Guncina“  (Guntschna-Promenade), eine Promenade im Ortsteil Gries, der einst, vor Kriegszeiten sogar ein blühender Kurort war. Auch wenn der Glanz dieser Zeit vorüber ist, sind die herrlichen Gärten doch geblieben, die neben heimischen Pflanzen auch mit Besonderheiten aus aller Welt aufwarten. Begünstigt durch das mediterrane Mikroklima gedeihen hier neben Palmen, Bitterorange und Ölbaum auch die brasilianische Guave, die japanische Wollmispel oder der aus China stammende Sonnenschirmbaum.

 

 

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Alle Inhalte unterliegen dem Copyright und spiegeln lediglich die Meinung der Autorin wieder. Adelheid Wanninger, 2020