Provinz Foggia – ursprüngliches Apulien mit besonderen Produkten
Die Provinz Foggia bietet viele einzigartige Besonderheiten. Ein Gebiet, das sich von den Hügeln der Monti Dauni bis zum kristallklaren Meer des Gargano erstreckt, von den Lagunen von Lesina und Varano bis zur weiten Ebene des Tavoliere delle Puglie, von wilden Wäldern bis hin zu den unberührten Orten der Tremiti-Inseln. In dieser Provinz, einer der größten Italiens, finden sich hochwertige kulinarische Spezialitäten, die sich durch Vielfalt und Einzigartigkeit auszeichnen: Pasta, Brot, Tomaten, natives Olivenöl extra, Weine, Wurstwaren, Gemüse und Käse. Ein Ort, der das authentische und ursprüngliche Apulien verkörpert.
Wir begeben uns auf eine Entdeckungsreise zu den Geschmäckern und Traditionen der Region Capitanata, auf ein sinnliches Erlebnis mit Verkostungen bei unterschiedlichen Betrieben. Dabei begegnen wir Menschen, die uns das Gebiet und seine Wurzeln näherbringen.
Organisiert hat die Reise die ITALCAM (Italienische Handelskammer München-Stuttgart) in Zusammenarbeit mit der Handelskammer in Foggia, wofür wir uns herzlich bedanken möchten. Erste Eindrücke vermittelt uns ein Dinner im Iconico Ristorante – Cucina & Lounge in Foggia. Viele Produzenten sind gekommen und geben uns die Gelegenheit, ihre Produkte der Capitanata sowie deren Zubereitung kennenzulernen. Ein schöner Auftakt!
Castello Ducale in Torremaggiore
Am nächsten Morgen besuchen den Palazzo Ducale in Torremaggiore. Es war der historische Sitz der Familie de Sangro und ist heute das Wahrzeichen der Stadt. Das Castello selbst beeindruckt durch seinen markanten runden Turm und die gut erhaltene Renaissance-Architektur.
Es birgt das Museo Civico, das neben dem Gedenken an den im Ort geborenen Anarchisten Nicola Sacco vorwiegend archäologische Funde aus der mittelalterlichen Stadt Castel Fiorentino, dem Sterbeort von Kaiser Friedrich II beherbergt. Mariangela zeigt uns Funde wie Keramiken und Skulpturenfragmente aus Castel Fiorentino, die das Herzstück der sechs Ausstellungsräume bilden.
Castel Fiorentino
Ein anschließender Besuch der etwa zehn Kilometer entfernten Ruinen bietet einen weiten Blick über die Ebene von Tavoliere. Olivenbäume zieren die Felder, soweit das Auge reicht. Am Hügel sind heute zwar nur Ruinen erhalten, die jedoch tiefe Einblicke in die mittelalterliche Stadtplanung gewähren:
Die Reste der kaiserlichen Residenz mit ihren Marmordekorationen sind noch zu erkennen, sowie die Fundamente der Kathedrale San Michele Arcangelo. Überreste von Wohnhäusern und Befestigungsanlagen liegen in einer fast mystischen Stille.
Fattoria Rovello
Lebhafter wird es da schon in der „Fattoria Rovello“ in San Paolo di Civitate.
Heute sind hier mehr als 30 Kinder zu Besuch. „Auch sie wollen etwas über unseren Olivenanbau erfahren“, erklärt Fernando Longo, der zusammen mit seiner Familie die Fattoria betreibt.
„Wir sind zum einen Produzenten von Bio-zertifiziertem Olivenöl, zum anderen sind wir sehr sozial. Gruppen können uns besuchen, sich hier aufhalten, basteln, singen und unsere Tiere besuchen. Oder auch Familien sind eingeladen zu kommen und hier ihr Picknick zu genießen. Wir sind selbst so aufgewachsen und wollen den Familienzusammenhalt fördern“, erklärt der sympathische Geschäftsmann. Fernandos Bruder Matteo kommt dazu und die beiden stimmen auf ihren Musikinstrumenten ein fröhliches Lied an, zu dem die Kinder fröhlich singen und klatschen.
Landwirtschaft im Familienbetrieb
Die Brüder zeigen uns ihren landwirtschaftlichen Betrieb: Pferde, Hühner, Esel, Schafe und Ziegen leben hier gemütlich nebeneinander und gehören wie selbstverständlich zum Agriturismo und zur Familie. Sohn Paolo öffnet uns auch einige der gemütlichen Zimmer, die man hier zur Vermietung anbietet. Jedes ist liebevoll ein bisschen anders von der Mama eingerichtet, manche haben sogar eine kleine Küchenzeile dabei.
Natürlich dürfen wir auch das Öl probieren, dazu gibt es eingelegte Ceci, hausgebackenes Brot und ein Glas Wein, vom Nachbarn produziert. Köstlich! Die Töchter haben den Tisch für uns alle gerichtet und auch der Schwiegersohn kommt– mit Baby auf dem Arm – vorbei um kurz Hallo zu sagen. Für einige Momente fühlen wir uns wie zur Familie gehörend. Wie schön!
Visconti Olio Pugliese
Ganz anders präsentiert sich das Unternehmen „Visconti Olio Pugliese“ durch erlebnisorientierten Oleotourismus. Bei einem Workshop mit sensorischem Labor und kulturellen Einblicken in die mediterrane Ernährung sowie die Olivenölkultur, bietet sich die Gelegenheit selbst aktiv zu werden und passende Speise-Wein-Kombinationen zu kreieren.
Agriturismo Giorgio
Tags darauf besuchen wir das „Agriturismo Giorgio“ in Mattinata. Da der stattliche Betrieb von drei Schwestern geführt wird und der Unternehmername Bisceglia ist, erhebt sich zunächst die Frage: „Wer ist denn nun eigentlich Giorgio?“ Die Schwestern schmunzeln und erklären, dass so der ganze Landstrich hier genannt wird.
Die Bisceglia-Farm ist der Ausdruck Jahrhunderte andauernden, gastronomischen Tradition eines Gebiets, das durch einzigartige Aromen und Farben gekennzeichnet ist. Der Hof führt mit seinem Olivenanbau seit dem Jahr 1857 eine Familientradition. Heute folgt die Pflege der Olivenhaine und die Umwandlung der kostbaren Früchte in natives Olivenöl extra den Techniken der alten Bauerntradition und passen sich mit der neuesten Generation der Maschinen an die moderne Zeit an. Das Frantoio vereint Authentizität und hohe Qualität und schafft so ein natives Olivenöl extra mit einem unvergesslichen Geschmack.
Bisceglia-Farm
Aber auch Marmeladen, Pickles und Liköre werden aus den Früchten der Agritur produziert. Mehrere ökologische Landgüter der Schwestern werden dafür bewirtschaftet. Und die Liebe zur eigenen Heimat steckt in jedem der handwerklich hergestellten Produkte.
Stolz zeigt Antonella das Ölmuseum, in dem antike Werkzeuge des apulischen Bauernlebens zu sehen sind. Es gehört zum Agriturismo Giorgio, in dem auch das Olivenöl hergestellt wird und zu dem einige hübsche Unterkünfte, ein Pool und ein Restaurant gehören. Drei Minuten mit dem Auto entfernt gibt es sogar noch einen eigenen Strand mit Restaurant und Bar, wo wir zu einem typischen Aperitivo eingeladen werden. Bruschetta, regionaler Käse, Tomaten und natürlich reichlich Olivenöl zu Bollicine – dazu das Rauschen der Wellen des silberglänzenden Meers: herrlich.
Zurück im Agriturismo müssen wir unbedingt noch die Ceci con baccalao probieren und dann noch die Spaghetti mit Meeresfrüchten und einem Glas Falanghina. Italienische Gastfreundschaft pur!
Vieste und Trabucchi
Michele und Sarah holen uns nach unserer Weiterfahrt Richtung Vieste zum Mountainbiken ab. Schon von Weitem erblicken wir die weiße Stadt, die ins blaue Meer hineinragt. Den Ort selbst empfiehlt es sich dank seiner engen Gassen und Treppen lieber zu Fuß zu erobern.
„Ihr habt eine gute Zeit gewählt mit eurem Kommen. Im Sommer kommt man hier kaum durch die Gassen“, erklärt Michele.
Dann radelt er mit uns ein Stück an der Küste entlang ins Abendlicht hinein. Unser Ziel ist ein Trabocco, auch Trabucco genannt. Bei Sonnenuntergang zeigen uns einige Fischer, wie hier einst auf den typischen Fischfang-Plattformen mit riesigen, ins Wasser gelassenen Netzen gefischt wurde. Heute bleiben die Netze leider fast immer leer – aber die Tradition darf bleiben und wird mit Liebe und Hingabe an Interessierte weitergegeben.
Das traditionelle Fangsystem steht wie ein Symbol für nachhaltige Ingenieurskunst und letztlich auch die Widerstandsfähigkeit des gesamten Territoriums.
Italienische Handelskammer München – Stuttgart www.italcam.de
Italienische Handelskammer Foggia www.fg.camcom.it
Viele weitere Handelspartner waren beteiligt. Gerne informiert die ITALCAM bei Fragen.














































