Das Zillertal – auf und abseits der Pisten

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Das Zillertal – auf und abseits der Pisten

 

 

Das Zillertal präsentiert sich als winterlicher Gigant, der sich über 546 Pistenkilometer erstreckt. Neben dem Gletschergebiet, welches Skifahren bis Ende April ermöglicht, dominiert im vorderen Talabschnitt die Verbindung Hochzillertal-Hochfügen, die vor allem für ihre weiten Genusshänge und ihre gehobene Kulinarik bekannt ist. Weiter taleinwärts punktet die Zillertal Arena mit der längsten Talabfahrt Österreichs und einem weitläufigen Netz. ​Den sportlichen Kontrast dazu bildet die Erlebniswelt der Mayrhofner Bergbahnen. Die Region um den Penken ist besonders bekannt durch ihre legendäre „Harakiri“-Piste. Ihr Gefälle von 78%, flößt selbst Profis Respekt ein. Wer es entspannter mag, findet am gegenüberliegenden Ahorn die perfekte Kulisse für Familien und Genuss-Carver.

Familienstrecken, sportliche Talabfahrten, Snowparks, Freeride-Routen, Winterwanderwege, Langlaufstrecken, Rodel-Abfahrten und der neue Winter-Klettersteig bieten eine Vielfalt an Wintererlebnissen.

Wir haben drei Tage Zeit mitgebracht und wollen die ganze Vielfalt der unterschiedlichen Gebiete kennenlernen. Ein unmögliches Vorhaben, aber wir versuchen wenigstens viele unterschiedliche Eindrücke zu sammeln.

 

Schneeschuhwandern am Gerlosstein

An unserem ersten Tag fahren wir daher ins Gebiet Zillertalarena, allerdings hier nicht zum Skifahren, sondern wir treffen uns mit der 32 Jahre jungen Bergwanderführerin Marie Luise Müller bei der Talstation Hainzenberg. Für Skifahrer ist das Gebiet ein kleiner Geheimtipp, für Rodler und Snowtuber allerdings ein Anziehungsmagnet.

Wir haben uns für Schneeschuhwandern entschieden und genießen –  nach kurzem Anstieg am Pistenrand – die Ruhe am Pfad Richtung Gerlosstein. Herrlich die Stille in der Natur und nur das Knirschen des harschigen Schnees zu hören! Von 1644 Höhenmetern steigt unsere Tour auf etwa 2000 Höhenmeter an. Das Ziel: Nein, es ist keine Almhütte, sondern ein Aussichtspunkt, weshalb man sich unbedingt Wasser und einen Energie-Riegel in den Rucksack packen sollte! Einige Tourengeher ziehen an uns vorüber, bevor wir das Heimjöchl (1984m) erreicht haben. Leider bleibt uns die Traumaussicht ins Tal heute verwehrt, aber wir wollen bald wiederkommen. Vielleicht das nächste Mal? Zurück bei der Bergstation kehren wir im Berghotel Gerlosstein ein, in dem wir eine leckere Brotzeit  und köstliche „Schlipfkrapfen“ genießen.

 

Hotel Kohlerhof – familiengeführt

Den restlichen Nachmittag verbringen wir zum Entspannen im großen Wellnessbereich unseres Hotels in Fügen. Der Kohlerhof ist ein familiengeführtes Hotel direkt gegenüber der Spieljochbahn. Mit seinem Haupt- und zwei Nebengebäuden bietet er vielen Gästen Unterkunft. Da ist es wirklich erstaunlich, dass alle Mitarbeiter gut gelaunt und freundlich sind und sogar mein Name an der Rezeption zum Guten Morgen Gruß bekannt ist.

Der neue Tag beginnt mit blauem Himmel und Sonnenschein. Dazu ein Bergfrühstück auf der Platzlalm im Gebiet Hochzillertal. Davor müssen allerdings unbedingt noch ein paar Schwünge im unberührten Schnee sein – ein Hochgenuss! Die Early Bird Öffnungszeit der Bahn ab 7.30 Uhr macht es möglich, nicht nur die Pisten, sondern auch die herrliche Morgensonne und den Ausblick auf die umliegenden Berge zu genießen.

 

Der neue Winter-Klettersteig: eine hochalpine Attraktion

Zu unserem Frühstück gesellt sich Roman Rohrmoser, ein Skiprofi, der hier oben am  Pfaffenbichl, auch Pfaffenbühel genannt, zusammen mit seinem Kollegen und Bergführer Manfred Brandacher im Auftrag der Ski Gesellschaft Hochfügen und dem Tourismusverband Best of Zillertal (Vorderes Zillertal) einen Winter- Klettersteig gebaut hat.  „Unser Ziel war, das Angebot zu erweitern und neben Skitourengehern, auch den alltäglichen Skifahrern die Möglichkeit zu geben, einen Winter-Klettersteig zu begehen. „Ob mit Ski oder ohne Ski, ob mit Skischuhen oder Bergschuhen, alles ist möglich“, erklärt der sympathische Spitzensportler.

Einen ganzen Monat lang haben die Bauarbeiten gedauert, bis der Steig schließlich eröffnet werden konnte, rechtzeitig zu Saisonbeginn. Jetzt ist er ganzjährig begehbar, im Winter wie im Sommer. „Die Verantwortung trägt jeder selbst! Die notwendige, perfekte Kletterausrüstung gibt es an der Talstation zu leihen“, darauf weist Roman extra hin.

Der neue Steig  im Zillertal, ist also eine spektakuläre Ergänzung für Tourengeher und sportliche Skifahrer. Er startet direkt an der Bergstation der Waidoffenbahn und bietet über 260 Meter Länge bei einem Höhenunterschied von etwa 115 Metern. Dazu fasziniert eine 28 Meter lange Seilbrücke. Dank der Gegebenheiten und exzellenter Sicherung mit Drahtseilen und Trittklammern, ist die Begehung für durchschnittlich Sportliche gut geeignet. Die Schwierigkeit liegt bei maximal B und die reine Kletterzeit beträgt etwa 45-60 Minuten. Dabei kann die Gesamt-Tour schon einmal zweieinhalb Stunden dauern. Der Steig ist nur im Aufstieg begehbar, wobei der Abstieg über den markierten Wintersteig südseitig zurück ins Gelände bzw. zur Piste erfolgt.

Ich selbst kann wegen einer Knieverletzung leider nur zuschauen, aber meine Kollegen erzählen begeistert von einer tollen Erfahrung und echten Bereicherung für das Gebiet.

 

Top-Gastronomie auf dem Berg und im Tal

Als leidenschaftliche Skifahrerin bin ich glücklich, die durchgehend guten Pistenverhältnisse für einige Abfahrten nützen zu können und den Nachmittag in der neu renovierten 8er Alm bei einem hervorragenden Kalbschnitzel ausklingen zu lassen. Da schmeckt man doch gleich, dass hier Wert auf beste Qualität gelegt wird. Der Inhaber der Alm, der bekannte Fernsehkoch Alex Fankhauser, steht allerdings vorwiegend in seinem Hotel im Tal in der Küche und überlässt auf der Alm Küchenchef Alexander Geisler das Zepter.

Generell bietet das Zillertal zahlreiche Attraktionen für Gourmets, von gehobener Gastronomie, über eine Schau Sennerei, einen Schau Bauernhof, Brauereien, Edelbrennereien, Kochschulen und Genuss-Events. Wie gut, dass das Zillertal auch so zahlreiche Möglichkeiten bietet, viele Kalorien schnell wieder zu verbrennen!

 

Von Wintermärchen und Pistenerlebnissen

Der neue Tag offeriert wieder neue Möglichkeiten.  Mountopolis nennt sich die Erlebniswelt der Mayrhofner Bergbahnen. Das 129 Pistenkilometer große Gebiet um den Penken ist allein Dank der legendären Harakiri- Abfahrt mit ihrem 78% Gefälle bestens bekannt.

Wir aber wollen das kleinere, gegenüberliegende Gebiet erobern, denn auch das hat so manche Überraschung zu bieten. Es beginnt bereits bei den Aufstiegshilfen: Ein besonderes Highlight ist – wenn es die Witterung zulässt – das Open Air Gondelerlebnis SkyRide Ahorn. Über der größten Pendelbahn Österreichs, der Ahornbahn ist eine Art Balkon angebracht, der unter der Fahrt eine herrliche 360° Grad Rundum-Aussicht bietet.

Oben angekommen muss sich der Wintergast entscheiden:  lieber Skifahren, Winterwandern, Rodeln oder einfach nur Chillen bei den Eis-Iglus mit Loungemusik und Panoramaausblick?  Während für Kinder die Themenpisten mit Fahrspaß und dem Maskottchen AlbertAdler winken, entscheiden sich Könner für die 5,5 Kilometer lange, schwarze Talabfahrt.

 

AdlerBühne Ahorn – Greifvögel hautnah

Aber da gibt es noch etwas – im Winter fast unbemerkt: die AdlerBühne Ahorn von Falkner Thomas Wechselberger und seiner Familie. Der Greifvogel-Experte lädt täglich, auch im Winter (in dem keine Flugshows stattfinden) ein, zum Meet and Greet gegen 11 Uhr vormittags. Gerne erzählten Waltraud und ihr Mann zu ihren Vögeln, ihren Besonderheiten und warum sie hier ihre Heimat fanden. Alaska, heißt ein riesiger, weiß-melierter Uhu, der den Betrachter mit seinen honiggelben Augen fixiert. Steppi ist der Name eines Adlerweibchens und  Rotschwanzbussard- Dame Laika zeigt nur selten, dass man sie nicht unterschätzen sollte. Alle der derzeit zehn Greifvögel haben ihren ureigenen Charakter und sind meist einer Betreuungs-Person besonders zugewandt.

Im Winter wollen die Vögel nur ein wenig an die Sonne. Dann fliegen sie auch nur wenig und fressen nur nach Bedarf, je nach Bewegung. Dass 100 Meter hinter ihrer Behausung eine Skipiste liegt, auf der sich Wintersportler tummeln, stört sie nicht. Wir sind fasziniert von den Schönheiten, die so gut zu den silbernen Bergspitzen der Zillertaler Alpen und dem Glitzern des Schnees passen. Im Winter ist die AdlerBühne ein echter Geheimtipp, noch dazu kostenfrei.  Wer will spendet für das Futter der Tiere. Im Sommer kommen zu den Flugshows (mit Eintritt) schon mal bis zu 400 Personen, erzählt Waltraut. Danach lockt ganzjährig die sonnige Ahorn Alm mit Tiroler Spezialitäten und echter Tiroler Gastlichkeit.

Wer Tage wie diese erlebt, weiß: das Zillertal vermittelt einfach ein ganz besonderes Lebensgefühl!

 

www.zillertal.at

www.kohlerhof.at

www.austria.info

 

Tipp:

Der Zillertaler Superskipass ist von Anfang Dezember bis Mitte April auf allen 546 bestens präparierten Pistenkilometern und 180 Liftanlagen in allen Großraumskigebieten (Spieljoch, Hochzillertal und Hochfügen, Zillertal Arena, Mayrhofner Bergbahnen-Mountopolis, Ski-& Gletscherwelt Zillertal 3000) gültig.

 

  3 Fotos: Roman Rohrmoser  – vielen Dank!

 

 

 

 

 

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Alle Inhalte unterliegen dem Copyright und spiegeln lediglich die Meinung der Autorin wieder. Adelheid Wanninger, 2020