Kulturlandschaft Lago Maggiore

"Folge mir auf facebook"

Kulturlandschaft Lago Maggiore

 

Der Lago Maggiore zählt zu den beliebtesten der oberitalienischen Seen und gehört im Osten zur Lombardei, im Westen zum Piemont und ganz im Norden sogar zur Schweiz. Hier treffen landschaftlicher Reiz sowie kulturelle Vielfalt, von mittelalterlichem Zauber bis zu zeitgenössischer Kunst, aufeinander.

 

Von Mailand her kommend erreicht man die die lombardische Seite des Lago Maggiore,  und verbindet dies am besten gleich mit einem Besuch der Rocca di Angera, einer mittelalterlichen Burg, die allein durch ihre Lage einen eindrucksvollen Einblick in die strategischen Überlegungen ihrer Erbauer vermittelt.

 

Rocca d’Angera

Heute lädt die Burg nicht nur zu historischen Rückblicken ein, sondern wartet im neu renovierten Teil mit der Ausstellungsreihe Continuum auf: wegweisende, zeitgenössische Kunst, die derzeit in der Ausstellung Fantastic Utopias zu sehen ist.

Die von Ilaria Bonacossa in Zusammenarbeit mit Galleria Continua kuratierte Ausstellung umfasst Werke und Installationen von 15 international renommierten Künstlern, darunter Antony Gormley, Michelangelo Pistoletto, Kiki Smith und Ai Weiwei. Die Ausstellung geht davon aus, dass in unserer Welt, in der Konflikte und Krisen unerbittlich auf der Tagesordnung stehen, das Phantastische und seine Darstellung wieder in den Mittelpunkt der zeitgenössischen Reflexion gerückt sind.

 

Cannero und Cannobio

Danach setzt man mit der Autofähre von Laveno nach Intra über, und befindet sich im Piemont. Im malerischen Ort Cannero finden Gäste traumhafte Unterkünfte in historischen Gebäuden, wie dem Park Hotel Italia oder dem Hotel Cannero, direkt am See. Mit dem Hotel eigenen Boot geht es zum Sundowner in die nahegelegene Ortschaft Cannobio. Bei einem Stadtbummel des antiken Städtchens besichtigt man vielleicht auch das ethnografische Museum und hat im Tourist-Office sogar die Gelegenheit zu kostenlosen, wechselnden Kunst-Ausstellungen.

Cannero selbst überzeugt durch seine umwerfende Riviera, an der sich beeindruckende Villen aus der Zeit um 1920 aneinanderreihen. Vom Boot oder von einem der Wanderwege aus, lassen sich die Gebäude mit ihren Türmchen und Erkern bewundern. Der Badestrand wurde übrigens als einer der saubersten und sichersten mit dem Award der Blauen Flagge ausgezeichnet. Schlendert man durch die kleinen Gassen bergan, trifft man auf den Parco degli Agrumi. Der Zitrusfrüchtepark entstand hier, am Wind geschützten Hang, in Zusammenarbeit mit der Univerität von Turin und zeigt die verschiedensten Sorten wie Orangen, Zitronen und Pomelo mit ihren Abkömmlingen im duftenden Park sowie in einem kleinen Mini-Museum, in dem man in die Welt der Obstkultivierung eintauchen kann.

Verbania und die Villa Taranto

Weiter geht es nach Verbania zur Casa Camilla, einer kleinen Jugendstilvilla mit sehr privatem Charm und nur wenigen charmanten Zimmern. Während Intra heute vorwiegend Wohnstätte der Einheimischen ist, punktet der Ort mit der Villa Taranto und deren Botanischem Garten.

Vom Frühjahr bis Ende Oktober erstrahlt der 16 Hektar große Park in wechselnder Blütenpracht. 80 000 Tulpen in 65 verschiedenen Sorten wechseln mit der Rhododendren- und Azaleenblüte im Frühjahr. Der Sommer erstrahlt durch unzählige Hortensien, Lilien und 1700 Dahlien in 350 Arten. Das Gewächshaus birgt die seltene Königin der Wasserpflanzen, die Victoria Cruziana, die sonst in den großen Flussbecken Südamerikas zuhause ist. Die riesigen Seerosenblätter können bis zu 10 Kilogramm tragen und erreichen einen Durchmesser von bis zu zwei Metern.

Hier trifft man auf den größten Lotusblütenpark Europas und freut sich über den seltenen riesigen Mammutbaum. Der Herbst verwandelt den Park in ein wahres Feuerwerk an Farben, ein Spektakel über das sich auch der schottische Edelmann, Begründer des Parks im Jahr 1931, erfreut hätte.

 

Bergdorf Oira

Nach kleiner Rast und Erfrischung geht es in eine andere Welt. Im bergigen Hinterland des Lago Maggiore, rund 10 Kilometer nach Domodossola treffen wir auf das kleine mittelalterliche Dorf Oira. Es scheint, als wäre die Zeit stehen geblieben. Hier lebte man, teils bis heute, von der Arbeit in den Steinbrüchen. Kleine verwinkelte Steinhäuser, deren Dächer bis heute mit dem hier vorkommenden Granit gedeckt sind, schmiegen sich an den Hügel und werden vom Plätschern des Dorfbaches belebt. Er treibt bis heute die Mühle an um Korn zu mahlen. Auch in der Dorfkäserei kommt man noch immer – wie früher – zusammen, um zu über dem offenen Holzofen die Milch zu erhitzen. Daraus entstehen die herrlichen Käselaibe des Ossolano Prunent, den es in verschiedenen Reifestadien zu verkosten gibt.

 

C’era una Volta

Die rund 150 Einwohner des Ortes lieben ihr Dorf und würden es nie verlassen. Besonders stolz sind sie auf den Ortsteil Canova, in dem jedes Häuschen von innen bereits hübsch renoviert ist. Im Ristorante C’era una Volta genießen die Gäste die Küche von einst. Salumi der benachbarten Dörfer, Risotto mit dem kräftigen Rotwein Prunent, der ringsum an den Hängen gedeiht, hausgemachte Ravioli und natürlich die Formaggi des Ortes. Es ist das Glück des schlichten Lebens!

 

Tones on the Stones und Stresa Festival

Wer hätte gedacht, dass man hier auch Teil des Open Air Musikfestivals Tones on the Stones sein kann. Zum 14. Mal bringt das Festival heuer Musik von Klassik bis Jazz in stillgelegte Steinbrüche um den Lago Maggiore. Musikgenuss unter Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen gab es im Steinbruch Cava di Roncino Oira.

Das Stresa Festival folgt vom 20. August – 5. September mit Kunstgenuss  und macht den Musiksommer am Lago Maggiore auch heuer zu einem klingenden Erlebnis.

 

Baveno, Museo GRANUM und der Sentiero di Picasass

 

Das Museo GRANUM in Baveno erzählt rund um den Steinabbau. Granit und Marmor, die edlen Steine bildeten über Jahrhunderte die Lebensgrundlage vieler Menschen im Hinterland des Lago Maggiore. Der Abbau war eine schwere Arbeit, die die Landschaft und das Leben prägten. Das Wegenetz über die Berge, aber auch das Material, das in den kleinen Dörfern verbaut wurde, erzählen noch heute davon. Wer will erlebt auf dem Sentiero di Picasass selbst, wie steinig der Weg für die Steinmetze war.

 

Als musikalische Wertschätzung dieser Vergangenheit versteht sich das Musikprogramm von La pietra racconta, Stone on Stage und lässt alljährlich bei freiem Eintritt ein abwechslungsreiches Programm von Jazz bis World Music in den romantischen historischen Zentren von Mergozzo und Baveno erklingen. Hier sind Momente garantiert, die lange in Erinnerung bleiben.

 

Weitere Informationen unter

 

www.derlagomaggiore.de

 

www.distrettolaghi.it/de

 

www.isoleborromee.it/de/rocca-di-angera

 

www.cannero.it

 

www.cannobio.net

 

www.bavenoturismo.it

 

www.villataranto.it/de/

 

www.oira.it

 

www.tonesonthestones.com

 

Unterkünfte:

 

Parkhotel Italia

Viale delle Magnolie, 19
28821 Cannero Riviera (VB)

www.parkhotelitalia.com

 

Hotel Cannero

Piazza Umberto I,
28821 Cannero Riviera (VB)

www.hotelcannero.com

 

Hotel Casa Camilla

Via Brigata Cesare Battisti, 15

28921 Verbania VB

www.casacamilla.com

 

www.tonesonthestones.com

 

www.stresafestival.eu

 

Lesen Sie auch:

Kulturlandschaft Lago Maggiore Teil 2

Dies könnte Sie auch interessieren

Alle Inhalte Unterliegen dem Copyright und spiegeln lediglich die Meinung der Autorin wieder. Adelheid Wanninger, 2018