Marken – Im Land der feinen Trüffel

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Marken – Im Land der feinen Trüffel

Das Wort Trüffel verbindet man zunächst gedanklich oftmals mit der Region Piemont.

Wer sich jedoch näher mit dem Thema befasst, wird entdecken, dass gerade die Marken (Marche) eine mit Trüffeln gesegnete Region ist. Hier gibt es „Tartufo tutto l´anno”, also Trüffel das ganze Jahr über, denn man kann sich gleich über vier verschiedene Sorten davon freuen.

Der edle Weiße Trüffel („Tuber Magnatum Pico” vom letzten Sonntag im September bis zum 31. Dezember), der edle Schwarze Trüffel („Tuber Melanosporum Vitt” vom 1. Dezember bis zum 15. März), die „Bianchetto” Trüffel („Tuber Borchii Vitt” vom 15. Januar bis zum 15. April) und die Schwarzen Sommertrüffel (“Tuber Aestivum Vitt” vom 1. Juni bis zum 31. August).

Wir waren auf den Spuren des ‚edlen schwarzen und weißen Goldes‘ und haben uns vom Süden der Marken bis in die nördliche Region um Acqualagna vorgearbeitet.

Monti Sibillini

Von Ancona kommend, geht es zunächst in den Nationalpark der Monti Sibillini in die Provinz Fermo. Nach etwa zwei Stunden Fahrt und vielen Kurven treffen wir auf unsere Unterkunft, das Landhaus La Baita di Pilato (www.labaitadipilato.it) bei Monte Monaco. Die hübsche, schlichte Unterkunft mit herzlichen Gastgebern ist perfekt für alle, die gerne Wandern oder Biken und Ruhe und Natur suchen.

Es ist schon spät, aber Felicetta von der „Locanda della Trota“ nebenan hat ein Abendessen vorbereitet und wir sind glücklich ihre köstliche Lasagne Sibillini mit Salsiccia, Zucchini und Mischpilzen kosten zu dürfen, gemischtes Fleisch vom Rost und natürlich auch Forellen aus dem klaren Bergbach.

Amandola

Am nächsten Morgen brechen wir zeitig auf in Richtung Amandola, wo gerade die einundzwanzigste Ausgabe von „Diamanti a Tavola“ (Diamanten am Tisch) stattfindet, das Festival der weißen Trüffel von Sibillini.

Dort treffen wir zunächst Nazzareno Polini, einen Trüffelexperten, der uns mitnimmt auf eine Exkursion in die Wälder.

Die Plätze zur Trüffelsuche sind natürlich alle geheim – niemals würden wir die Serpentinenstraßen und Waldwege wiederfinden. Irgendwo am Wegesrand lassen wir das Auto stehen und gehen ein Stück auf einem Pfad in den lichten Mischwald.

Trüffelexkursion

Nazareno ist nicht allein gekommen – seine zwei wichtigsten Begleiter sind Grace und Teppa, seine beiden Trüffelhündinnen, die er selbst abgerichtet hat. Jetzt sind sie fünf und sechs Jahre alt, ab etwa vier Jahren waren sie gut einzusetzen für die Suche. Irgendwann verschwinden sie im regennassen Unterholz. Eichen, Hainbuchen, Haselnuss- und Wacholdersträucher machen uns das Nachkommen im abschüssigen Gestrüpp nicht einfach. Aber Grace scheint fündig geworden zu sein. Mit der Vanga, einem speziellen Metallhaken öffnet Nazareno vorsichtig die Erde. Schnell steht fest – der Fund ist sehr stattlich. 73 Gramm sagt die Trüffelwaage und Grace erhält natürlich gleich einige Wurststückchen zur Belohnung. Wenige Minuten später zeigt auch Teppa einen Fund an: ein guter Tag, wie es scheint. Der Regen hat andere Sucher abgehalten.

Nur in der Symbiose mit speziellen Pflanzen produzieren die in der Erde vorkommenden Mykosen den Trüffel, lassen ihn wachsen und reifen. Der Reifeprozess ist letztlich eine Frage von Minuten. Kommt man nur eine halbe Stunde früher an den Ort, kann es sein, dass die Hunde nicht anschlagen.

Nach rund zwei Stunden Suche ist Nazarenos Hüfttasche gut gefüllt, seine Augen leuchten. Reich würde man mit Trüffelsuche und Verkauf nicht, erzählt Dr. Nazareno Polini (www.nenopolini.com), der Naturwissenschaften studierte. Heuer liegt der Trüffelpreis bei den weißen Trüffeln je nach Form und Qualität zwischen 1000 und 3000 Euro das Kilogramm, bei den schwarzen Trüffeln ist er bei ca. 300 Euro. Es sei die Liebe zur Natur, die für ihn das wichtigste Gut ist erzählt unser Trüffelguide. Er unterrichte zudem Kinder in Sachen Umwelt, setze sich in einer Umweltschutzorganisation ein und sei nebenbei noch Falkner.

Trüffelfarm

Für uns geht es zurück nach Roccafluvione in der Provinz Ascoli Piceno zur Trüffelfarm Angelozzi (www.angelozzi.it)

Hier wird der schwarze Trüffel kultiviert – d.h. man pflanzt auf einem speziellen eingezäunten Gebiet Eichen und andere vom Trüffel präferierte Pflanzen, die mit den Pilzsporen behaftet sind und versucht Idealbedingungen für den Trüffel und dessen Wachstum zu schaffen. Erfolgreich, eine Garantie für den Wuchs gibt es jedoch nie. Für den weißen Trüffel funktioniert die Kultivierung nicht. Warum, kann man nicht genau sagen – es kämen eben noch andere Faktoren beim weißen Trüffel dazu. Dennoch liegt im Verkaufsraum und Labor ‚schwarzes und weißes Gold‘ für rund 30 000 Euro am Tisch. Es findet seinen Weg in die ganze Welt.

Trüffelrestaurant

Im nahe gelegenen Ristorante Il Vecchio Mulino (fb/il Vecchio Mulino ) dürfen wir bei Familie Argira reichlich verkosten. Der edle Trüffelduft zieht bereits durch das gesamte Restaurant. Mama Franca steht in der Küche, Papa Stefano und Sohn Alessandro helfen im Service. Polenta mit Salsiccia und Trüffel, Omelette mit Käsecreme und Trüffel, getrüffelte Mischpilze, Fleisch…göttlich! Passende Weine wie Verdicchio und Rosso Conero sind wundervolle Begleiter.

Trüffelfest

In Amandola indessen, wo gerade das Festival der weißen Trüffel von Sibillini stattfindet, ist der Ort mit Messeständen gefüllt. Experten und Genießer treffen sich zu „Diamanti a Tavola“ und berühmte Köche der Region wie Aurelio Damiani (www.damianierossi.it ) und Enrico Mazzaroni bereiten auf einem Galaabend Gerichte mit weißen Trüffeln zu.

Dass selbst Starkoch Massimo Bottura, dessen Restaurant die „Osteria Francescana“ in Modena vor kurzem von einer Expertenjury als das beste Restaurant der Welt beurteilt wurde als Werbebotschafter fungiert, unterstreicht die Wichtigkeit der Veranstaltung und zeigt letztlich auch, dass er von den Trüffeln der Marken absolut überzeugt ist.

Unser Weg auf den Spuren des Trüffels führt uns weiter in den Norden der Marken in die Provinz Urbino.

Lesen Sie in Kürze weiter im Teil 2 von „Marken – Im Land der feinen Trüffel“

 

http://www.marche.it/

 

 

 

 

 

 

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Alle Inhalte Unterliegen dem Copyright und spiegeln lediglich die Meinung der Autorin wieder. Adelheid Wanninger, 2018