Ins Tessin der Liebe wegen – Teil 1

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Ins Tessin der Liebe wegen – Teil 1

Ins Tessin der Liebe wegen…
Der Liebe wegen? Ja – denn im Tessin ist es wie mit der Liebe: Gegensätze ziehen sich an!
So finden sich auch hier, im südlichsten Kanton der Schweiz Palmen und Gletscher, Berge und Seen, modernste Architektur und uralte Steinhäuser, umtriebige Städte und beschauliche Dörfer, Gourmet-Restaurants und urige Grotti. Der Urlaubsgast kann aus dem Vollen schöpfen und sich täglich erneut entscheiden zwischen dolce far niente oder Extremsport, fine dining oder regionalen Spezialitäten. Eines steht fest: In diesem Teil der Schweiz, durch den bereits ein Hauch von Italien weht, verschmelzen die Gegensätze zu einem harmonischen Ganzen, was den besonderen Reiz dieses zauberhaften Landstrichs ausmacht.

Locarno, Stadt der Filmfestspiele

Locarno, am nördlichen Zipfel des Lago Maggiore gelegen, hat durch seine Filmfestspiele internationalen Ruf erlangt. Seit 1946 treffen sich Cineasten hier im August, um auf der großen Freilichtbühne der Piazza Grande die neuesten Streifen anzusehen. Als Feriendestination zwischen See und Bergen ist die Stadt idealer Ausgangspunkt für Unternehmungen aller Art.

Ich darf im renommierten Hotel Belvedere residieren, das in bevorzugter Hanglage den Blick auf den See freigibt und gleichzeitig über einen wunderschönen Park mit Palmen, Gardenien, Pool und sogar einem eigenen kleinen Grotto darin aufwartet.

Für mich geht es abends ins Restaurant Rinascente mit malerischem Bogengewölbe und zauberhaftem Innenhof, der wie geschaffen ist für den Sommerabend. Köstlichkeiten wie Gazpacho mit Pfefferminze und Burrata, Tortelloni mit Ricotta-Spinatfüllung und Kalbfleisch Tartar sowie feine Desserts und Käse der Region machen den Abend perfekt. Küchenchef Mario Hüttenmoser versteht es, jedem Gericht mit Raffinesse eine ganz eigene Note zu verleihen. Wen wundert es, hat er doch auch einen eigenen Catering-Service. Die charmante Sommelier Jessica empfiehlt im Rinascente treffsicher stimmige Weine. Ein Ort, an dem man länger bleiben möchte…

 

Wandern im Verzascatal

Mit dem Bus  – wir sind in der Schweiz, die öffentlichen Verkehrsmittel fahren pünktlich! – geht es Richtung Verzascatal zum Wandern. Wegen seiner landschaftlichen Schönheit und dem angenehmen Wegverlauf zwischen Wäldern, entlang des smaragdgrünen Flusses, ist der Wanderweg äußerst beliebt. Der Pfad führt oft an alten rustikalen Steingebäuden vorbei, bewohnt und unbewohnt, alle Zeitzeugen eines sicherlich harten Lebens früher hier im Tal. Kleine Kapellen, manche Brücke – teils aus Urzeiten -, Wasserfälle und Blumenwiesen säumen den Weg.  Herrlich anzusehen sind die Felsformationen, die der Fluss geschaffen hat. Im Sommer nützen Gäste wie Einheimische die türkisblauen Gumpen, die sich zwischen den großen Steinen bilden für ein erfrischendes Bad im Fluss. In der Gegend um Lavertezzo zeigen sich die Felsformationen wie atemberaubende Skulpturen, die alte Steinbrücke ist tausendfaches Fotomotiv, leider sind hier auch entsprechend viele Besucher!

Wer es lieber etwas ruhiger mag fährt mit dem Bus weiter bis Brione. Hier sieht der Fluss nicht mehr ganz so spektakulär aus, dafür trifft man nur gelegentlich auf Wanderer oder Biker, für die meist sogar ein extra Weg zur Verfügung steht. Rund drei Stunden später kommt man in Sonogno an, das eigentliche Ziel meiner Wanderung. Aber ich hatte noch von einem Wasserfall gehört, ein Stück weiter hinten. Nach weiteren 25 Minuten Gehzeit erreiche ich den Cascata la Froda, der sich über eine gewaltige Höhe in die Tiefe stürzt und dort ein türkisblaues Bassin bildet. Die feucht-kühle Luft tut nicht nur erhitzten Wanderern gut, sie ist auch bei einer heimischen Ziegenherde beliebt, die sich malerisch zwischen den Felsen ihr Plätzchen gesucht hat. Ein Bild zum Niederknien!

Nach ausgiebigem Fotoshooting geht ist in den kleinen, hübschen Ort Sognogno am Ende des Tales. Dort treffe ich mich mit Marianne Torrone im Casa della Lana – eigentlich einem Laden für Kunsthandwerk, in dem es Wolle, Holzhandwerk, Keramik und vieles aus Wolle gibt. Frau Torrone erzählt mir von der Initiative „ProVerzasca“, die bereits vor 80 Jahren gegründet wurde zur Förderung des Tales. Weil das Auskommen im Tal immer schwierig war, kam man auf die Idee, hier aus der Wolle der Schafe und einiger Angoraziegen ein ganz spezielles Produkt zu kreieren und anzubieten.

Fertig versponnene Schafwolle, die mit allen Herstellungsschritten wie waschen, kämmen(karden), färben  – und zwar nur mit reinen Naturprodukten-, von Hand versponnen auf den Markt zu bringen. Was früher aus der Not heraus entstand, war anfänglich schwierig und ist heute ein gutes Geschäft. Zum Teil werden auch fertig gestrickte Schals, Stolen oder gefilzte Hüte angeboten, dazu viele kleine Andenken wie gestrickte Tiere und Blümchen. Den zahlreichen Touristen gefällt es, das Geschäft floriert und die älteren Damen des Ortes haben eine sinnvolle Aufgabe und ein kleines Nebeneinkommen. Der Käufer hat ein reines Naturprodukt “ handmade in Verzascatal“.
Und die Schafe? Die dürfen sich derweilen ihrer Sommerfrische auf der Alm erfreuen!

 

Zurück in der Stadt

Für mich geht es mit dem Bus zurück nach Locarno. Eine Runde Schwimmen im Pool des Hotels Belvedere, ein wenig auf der Sonnenliege im hübschen Park ruhen und die Abendsonne genießen – wundervoll!
Das Hotel Belvedere verfügt selbst über ein sehr schönes, großes Restaurant mit traumhafter Terrasse. Das möchte ich allerdings erst etwas später erkunden und mir zunächst ein Bild der Locarner Gastronomie machen.

Heute besuche ich La Trattoria Cibo e Passione, ein Restaurant, das neben gepflegten, rustikalen Innenräumen, auch über eine wunderschöne, großzügige Terrasse verfügt. Hier erwarten mich bereits Simone Bianchi und sein Team. Auch hier liest sich die Karte einfach großartig und macht mir die Wahl nicht einfach. Es wird ein herrlich cremiges Risotto mit Steinpilzen – bitte eine kleine Portion! –  denn danach darf es Ossobuco mit  Polenta rossa Ticinese sein. Das zart geschmorte Fleisch in Kombination mit der roten Polenta: einfach ein Traum! Dazu natürlich ein Merlot aus der Region als perfekten Begleiter… wundervoll!

Ganz offensichtlich versteht man es im Tessin gut zu kochen und gut zu speisen. Der Italien-Einfluss ist unverkennbar, wo immer möglich, verwendet man heimische Produkte und hinterlässt seine Tessiner Handschrift!
Da macht man etwas völlig richtig! Danke dafür!

 

Infos:

www.ascona-locarno.com

 

www.proverzasca.ch

 

Hotel Belvedere Locarno
Via ai Monti della Trinità 44 | 6600 Locarno
T. +41 91 751 03 63

http://www.belvedere-locarno.com

 

Ristorante La Rinascente
Via al Tazzino 3 | 6600 Locarno
T. +41 91 751 13 31

http://www.hotel-rinascente.ch

 

La Trattoria Cibo e Passione
Via Marcacci 9 | 6600 Locarno
T. +41 91 751 64 44

http://www.latrattotialocarno.ch

 

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Locanda Barbarossa im Castello del Sole

 

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Alle Inhalte Unterliegen dem Copyright und spiegeln lediglich die Meinung der Autorin wieder. Adelheid Wanninger, 2018