Downshifting und Wandern in der Südwestpfalz

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Downshifting und Wandern in der Südwestpfalz

Besucher der Südwestpfalz erwartet Natur pur: schier endlose Laubmischwälder, beeindruckende Felsformationen, imposante Naturdenkmäler. Ein Landschaftsbild mit Burgruinen und Buntsandsteinfelsen, wie man es so kein zweites Mal findet.

Grün, nichts als Grün und Hügel – so scheint es mir bei meiner Anfahrt nach Eppenbrunn in der Südwestpfalz, nahe der pfälzisch-lothringischen Grenze.
Nein, nicht ganz! Grüne Bäume und gelegentlich orange-silber-braun hervor spitzende Felsen, bei Dämmerung huschen Rehe und Füchse im gleichen Farbton über die Straße. Gelegentlich ziehen kleine Dörfer von überschaubarer Größe vorbei.  „Erholung“ und „frische Luft“ gehen mir durch den Kopf.

Unwillkürlich muss ich an eine Teilregion von Osttirol denken, die vor einigen Jahren mit dem  Slogan warb: „Kommen Sie, wir haben nichts!“ und damit recht erfolgreich war. Denn wenn dieses „Nichts“ aus einer intakten Natur besteht, dann ist es eben immens „viel“. So könnte es auch auf die Südwestpfalz übertragbar sein, bei der der Gast zunächst Überlegungen anstellen muss, warum er ausgerechnet in eine Region kommen soll, die außer Wald, Hügeln und Felsen nicht viel zu haben scheint.

„In erster Linie liegen unsere Vorzüge ganz klar in der grenzübergreifenden Wanderarena. Unsere Premiumwanderwege, die Grenze zu Frankreich, die Burgen und die Pfälzerwald-Hütten, das sind die vier USPs mit denen wir in erster Linie punkten“, erklärt Martin Hartwig, Geschäftsführer der Südwestpfalz Touristik und maßgeblicher Initiator der (so schreibt sie sich) WANDERarena Pfälzerwald – Nordvogesen. „Außerdem befinden wir uns hier im Biosphärenreservat Pfälzerwald!“

 

Hotel Kupper

Ein guter Stützpunkt, um  einen der 35 Premiumwanderwege auszuprobieren, ist das Hotel Kupper im Luftkurort Eppenbrunn, ein schlichtes Hotel mit kleinem Innenpool und umso größerem, schönem Biergarten. Hotelier und Jäger Hans Kupper höchstpersönlich hat ehrenamtlich den etwa zehn Kilometer langen Premium Rundwanderweg „Altschloßpfad“ entwickelt.
Nachdem ich tags zuvor bereits den beeindruckenden Teufelstisch im Hinterweidenthal besichtigt habe, eine eindrucksvolle Felsformation – der Legende nach wurde das 14 Meter hohe, steinerne Wahrzeichen des Pfälzerwaldes vom Teufel als Rastplatz errichtet – gilt es heute den Altschloßpfad zu erobern.

 

Altschloßpfad

Er beginnt gleich am Parkplatz beim Hotel Kupper und führt zunächst etwa 600Meter auf dem Waldweg „Bach ohne Grenzen“ entlang. Danach geht es links durch Mischwald  in das beschauliche Martelbachtal rund  zwei Kilometer Tal aufwärts. Nur etwa einen guten Kilometer weiter befindet man sich bereits an der Grenze zu Frankreich. Kurz bevor man die Altschloßfelsen erreichen würde, lohnt ein kleiner Abstecher auf einen Pfad nach links. In nur 5 Minuten ist man an einem Aussichtspunkt mit  Ruhebänken und

Tischen angelangt, von dem aus man bei schönem Wetter einen herrlichen Blick über den Naturpark Pfälzerwald – Nordvogesen genießt. Dann zurück auf den eigentlichen Weg! Was nun folgt, lässt einem schier den Atem anhalten: die pittoresken Sandsteinformation Altschloßfelsen beginnen. Der Name soll von einer Burg stammen, die vor vielen hundert Jahren auf die Felsentürme gebaut wurde, jedoch  längst verfallen ist. Wie gefesselt ist man als Betrachter von den bizarren Formen und orange-silbernen Farben des etwa 1,5 km langen Felsenriffs, das an manchen Stellen eine Höhe von bis zu 35 Metern erreicht. Atemberaubende Felsüberhänge, Durchbrüche, Höhlen, Spalten, Relief-Gebilde: das Auge kann sich kaum satt sehen. Rund 250 Millionen Jahre Evolution wird hier sichtbar.
Im Frühjahr, wenn die Sonne noch besser durch die erst jungen Blätter dringt, soll es hier zum Phänomen des Felsenglühens kommen, wenn die Lichtstrahlen auf den hohen Anteil an Eisenpartikeln im Buntsandstein treffen.
Tief beeindruckt geht es auf dem Rundweg sanft bergab zurück nach Eppenbrunn.

 

Bürgermeister – mal anders

Ein neuer Tag, ein neuer Weg! Eigentlich sogar eine neue Teilregion, denn: man muss sich zunächst einmal Richtung „Dahner Felsenland“ begeben.
Auf dem Weg mache ich zunächst einmal Halt bei einem außergewöhnlichen Mann:  Dirk Eichberger  ist Bürgermeister von der 300-Seelen- Gemeinde Erlenbach, zudem leidenschaftlicher Harley Davidson Fahrer (für die gleichnamige Firma arbeitet er halbtags) und in der restlichen Zeit kümmert er sich um seine Wasserbüffel und Schafe. Während die Wasserbüffel das lästige Springkraut in den Feuchtwiesen des Biosphärenreservats fressen und somit „tierische Landschaftspflege“ betreiben, weiden die Schafe beim Linsenbühler Hof. 30 von den rund 200 Schafen werden gemolken. Aus der Schafsmilch produziert Gattin Petra feinste Käse, die an die Gastronomie und auf dem Markt verkauft werden. Und alle sind glücklich! So macht man das hier in der Südwestpfalz.

Nur wenig entfernt liegt die stattliche Burg Berwartstein. Sie ist die einzige, noch bewohnte Burg der gesamten Region. Die Inhaber betreiben dort eine Gaststätte und geben einige ihrer Räume für geführte Besichtigungen frei, auf denen man oft schauerliche Geschichten von einst erfährt.
Wo Wälder, Felsen und Burgen sind, lassen Mythen und Sagen nicht lange auf sich warten. Alle zwei Jahre lädt man daher zur „Felsenland Sagenwoche“, die 2019 wieder stattfinden wird. Einer der Schauplätze: natürlich die Burg Berwartstein.

 

Deutsch-französischer Burgenweg

Noch  viel mehr Burgen gibt es auf dem Deutsch-Französischen Burgenweg, einem grenzüberschreitenden Weitwanderweg ins Elsass und wieder zurück in die Pfalz. Man kann ihn in zwei Tagesetappen bewältigen oder nur Teile des 32 Kilometer langen Weges erwandern.

An Burgen und Burgruinen mit malerischen Namen  und dazugehörigen Geschichten mangelt es nicht. Wir wählen Burg Fleckenstein, Froensbourg, Hohenbourg und Wegelnburg für unsere Route. Allen gemein ist, dass sie Felsenburgen sind – also die Basis der Burg ein riesiger Sandsteinfelsen ist, der oft ein bis zwei Stockwerke hoch war und den man dann durch Türme ergänzte.

Die meisten stammen ca. aus dem 12. oder 13. Jahrhundert und viele lassen bis heute erahnen, wie wohl das schaurig-raue Leben im Mittelalter war. Wir genießen lieber die atemberaubende Aussicht der  Felsenburgen, die aus strategischen Gründen natürlich immer auf den Anhöhen der Hügel zu finden sind. Gerade dann, wenn sich der Nebel noch in den Niederungen hält, ist die Stimmung besonders magisch!

 

Wandern und „Downshifting“

Die einzelnen Ziel-Etappen sind spektakulär, versprechen aussichtsreiche Blicke und sagenhafte Felsen.

Für mich persönlich noch entscheidender: der Weg zu den Zielen, durch intakte Natur, meist sanft bergauf und wieder bergab, auf angenehm federnden Böden, die die Gelenke schonen. Dennoch Konzentration fordernd beim Gehen, denn auch Passagen mit Stufen, Wurzeln und Steinen sind zu bewältigen. Wie von selbst lässt man die Hektik des Alltags plötzlich hinter sich, wird ruhiger, eingehüllt von den unzähligen Grüntönen des Märchenwaldes, betört vom Mystikzauber und merkt dabei gar nicht, wie ein gewisses „downshifting“ einsetzt.  Das Handy bleibt stundenlang in der Tasche, Netz ist hier eher Mangelware. Gut so, vielleicht ja in der nächsten Pfälzerwald-Hütte… und wenn nicht – egal!

„Kommen Sie, wir haben viel: Natur und Ruhe“, vielleicht die wahren USPs der Südwestpfalz!

 

WANDERarena  Pfälzerwald – Nordvogesen
Südwestpfalz Touristik e.V.
 Unterer Sommerwaldweg 40-42
 66953 Pirmasens
Tel.: +49 (0) 6331 809 126
 info@suedwestpfalz-touristik.de
 www.WANDERarena.com

 

www.dahner-felsenland.de

 

http://www.hotelkupper.de

 

Tipps:

Wandern oder radeln Sie den Weg „Bach ohne Grenzen“

Besuchen Sie die Schuhmeile Hauenstein (hier warten rund eine Million Schuhe auf Sie!)

sowie das Schuhmuseum und die Gläserne Schuhfabrik.

Besuchen Sie das Fashion-Outlet und den Rosengarten von Zweibrücken.

 

Ein interessantes Restaurantkonzept verfolgt das Hotel und Restaurant Am Hirschhorn in Wilgartswiesen mit seiner cross over Küche.

Oliver Ulses, Küchenchef und Hotelchef überrascht zusammen mit Gattin Gabriele die Gäste täglich aufs Neue.

Seit 2016 erhielt die Küche des „Am Hirschhorn“ die Auszeichnung Table Distinguée“, was wörtlich übersetzt bedeutet „außergewöhnlicher Tisch“. Dass Tochter Nadine Bätz den Service als versierte Sommelière unterstützt, ist dabei für den Gast ein Gewinn, denn sie empfiehlt durchaus einmal „mutige Weinbegleitungen“, auf die man selbst nicht kommen würde, die sich jedoch als äußerst stimmig erweisen.

Was wir nach einem Glas Champagner (man bezieht von kleinen Winzern und erfreut sich über rund 70 Posten!), genossen, lesen Sie auf www.facebook.de/lastsecrets

www.landhausamhirschhorn.de

 

Und lesen Sie hier  auch über die Schuhmanufaktur Zwick…

Schuhe fürs Leben – Schuhmanufaktur Zwick

1 Bild: Kunz PR

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Alle Inhalte Unterliegen dem Copyright und spiegeln lediglich die Meinung der Autorin wieder. Adelheid Wanninger, 2017