Hoch hinaus im Kaiserwinkl

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Hoch hinaus im Kaiserwinkl

 

Der Kaiserwinkl ist da, wo Tirol beginnt. Von Bayern kommend wird man hinter dem Grenzübergang  wortwörtlich „kaiserlich“ begrüßt. Der „Zahme Kaiser“ und in seinem Rücken der „Wilde Kaiser“ sind die ersten hochaufstrebenden Boten von Österreichs beliebtem Urlaubsland. Die gezackten Bergmassive haben der sonst sanften Landschaft den Namen gegeben. Besonders Gäste, die das ursprüngliche Tirol lieben und zugleich die Möglichkeit zu sportlichen Aktivitäten, sind im Kaiserwinkl genau richtig.

Nach oben mit Skiern

Das Skizentrum „Zahmer Kaiser“ am Walchsee, ist ideal für Familien geeignet und mit 15 als „leicht“ eingestuften Pistenkilometer perfekt für Kinder und Anfänger. Wer schon geübter ist und etwas höher hinaus möchte, wählt den „Unterberg“ bei Kössen um seine Schwünge zu ziehen. Mit Pisten bis auf 1.700 m Höhe und beschneiten Talabfahrten, sowie insgesamt 10 Seilbahn- und Liftanlagen zählt der „Unterberg“ zu den absolut schneesicheren Adressen im Tiroler Unterland.

 

Hinauf mit Schneeschuhen

Es müssen nicht immer Ski oder Snowboard sein wenn man am Berg nach oben kommen will. Ich entscheide mich für eine Schneeschuhtour. Allein? Nein, besser nicht – es hat viel geschneit in den letzten Tagen und es ist auch schöner und sicherer mit jemandem zu gehen, der sich regional auskennt. Ich treffe mich mit Andreas Schwentner von „Natur und Sport“. Er ist geprüfter Bergführer und kennt seine Heimat, wie seine Westentasche.

Für unsere Tour fahren wir Richtung Walchsee. Ein paar hundert Meter nach dem Campingplatz lassen wir das Auto stehen. Unser Ziel, die Lippenalm, wollen wir möglichst abseits von Wegen meistern. Andreas prüft, ob meine Schneeschuhe fest sitzen, dann geht es los. Schritt für Schritt folge ich meinem versierten Bergführer. Außer uns ist kein Mensch unterwegs, was wohl dem etwas trüben Wetter geschuldet ist. Ich genieße die Ruhe unendlich. Abschalten und nichts als Natur ringsum: Ein Bach rauscht, Vögel pfeifen gelegentlich – herrlich!

Langsam lichtet sich der Wald und wir erreichen eine Hochalm mit mehreren Gehöften. Dort könnte man wohl weitergehen Richtung Heuberg, wir biegen aber ab und umrunden teilweise die Rückseite des Ebersberges. Es ist heller geworden und wir genießen den Blick, der sich plötzlich auf die Zacken des Wilden Kaisers freigibt. Wunderschön! Außerdem entdecken wir jede Menge Heißluftballone, die gerade über die Bergkuppe steigen. Auch einige Teams des Alpin Balloonings, das alljährlich im Kaiserwinkl stattfindet, haben den klarer werdenden Nachmittag genützt.

Wir stapfen weiter und überschreiten die Bergkuppe, auf deren Anhöhe eine Hütte liegt. Nein, noch nicht unsere Alm, erklärt Andreas. Erst müssen wir wieder ein Stück weit absteigen. Es geht relativ steil durch den Wald und das tiefe Einsinken im Schnee kostet Kraft. Zumindest mich. Irgendwann sehen wir sie dann: Vor und zugleich unter uns liegt die Lippenalm mit ihrem herrlich urigen Stüberl. Nach einem Glas Leitungswasser zum „auffüllen“ gibt es ein Glas Rotwein und einen Tee. Ein Blick in die Karte verrät: Hier ist die Welt noch in Ordnung. Ein Schweinsbraten mit Knödel und Krautsalat für 9,80 Euro, ein Weißbier für 3,50 Euro – sensationell! Die Wirtin erzählt, dass viele Gäste über die Forststraße zum Rodeln zu ihr kämen, nur heute sei wenig los gewesen.

Wir haben Glück: Zum Abstieg kommt die Abendsonne durch und legt ein goldenes Band über die gegenüberliegenden Berge. Was für ein schöner Abschluss für diesen herrlichen Tag! Danke Andreas.

 

Hoch hinaus mit dem Heißluftballon

Heute will ich es auch: die Landschaft von ganz weit oben sehen! Es geht zum Ballonfahren, denn beim Alpin Ballooning dürfen Gäste mitfahren! Treffpunkt ist morgens um 9 Uhr am Hüttfeld, einer großen Wiese am Ortsrand von Kössen. Dort wird Mitfahrern das Team zugeteilt. Ich habe Glück: mein sympathischer Pilot Felix und sein Team wollen noch etwas warten, bis die restlichen Schleierwolken vergehen und so trinken wir erst noch eine Tasse Kaffee. So lerne ich das gesamte Team kennen, auch Matthias, den Inhaber des Ballons.

Erst danach geht es mit der ganzen Crew auf die Suche nach dem geeigneten Startplatz. Bei Buchberg ist es zu windig, also wieder ein Stück zurück Richtung Walchsee. Mittlerweile ist der Himmel stahlblau und die Sonne zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Bei einem Weiler finden wir genug Platz um den Ballon auszulegen. Jeder Handgriff der Mannschaft sitzt. Ist Korb, Brenner und Ballonhülle montiert, dauert es nicht lange, bis sich der Ballon nach dem Befeuern aufrichtet. Schnell einsteigen um kurz darauf auch gleich aufzusteigen.

Meine Fahrt ist Luxus pur: Nur ich als Fahrgast und dazu gleich zwei erfahrene Piloten an Bord: Felix – verantwortlich für diese Fahrt – und Matthias. Und noch etwas – ausreichend Gasflaschen an Bord! Ganz wichtig, meint Matthias, in den Bergen weiß man nie!

Ich kann mich gar nicht satt sehen an den Bildern, die sich von hier oben aus ergeben. Häuser, Straßen und Bäume bekommen die Dimension einer Spielzeug-Eisenbahnlandschaft. Gleichzeitig liegen vor mir die mächtigen Erhebungen der Berge und die luftigen Höhen sind bunt von anderen Heißluftballonen, die über dem Walchsee besonders schön zur Geltung kommen.
Felix ist via Funk mit seinem Pfälzer Team am Boden in Kontakt. Erst aus dem Gespräch heraus wird mir klar: es ist eine Wertungsfahrt. Irgendwo hinter Kössen gibt es auf einer Wiese ein Zielkreuz, das es anzusteuern gilt um dort einen Sandsack als Markierung abzuwerfen. Je näher dran, umso besser.

Wie schön, dass ich nur genießen darf und mich am Glitzern der Winterlandschaft freuen kann. Neben dem Walchsee steigt auch gerade ein kleiner Zeppelin auf, der sich wertungsfrei ins Geschehen mischt. Matthias, der der Pfälzer Crew  mit seinem Ballon ausgeholfen hat, erzählt einstweilen, dass die Mannschaften gerne in den Kaiserwinkel kommen. Gute Organisation, gute Stimmung, immer wieder trifft man hier nette Teams und auch die „Tanksituation“ sei sehr gut. Dazu die großartige Landschaft – einfach schön für’s Auge! Ihn selbst hat die Leidenschaft bereits als Kind gepackt, mit 13 Jahren habe er sich von seinen Ersparnissen die erste Fahrt geleistet. Irgendwann begann er einen Papierballon zu bauen, später einen selbstgenähten, ferngesteuerten Ballon, durch den er auf Festivals gern gesehener Gast war. Klar, dass da die eine oder andere Einladung zum Mitfahren winkte. 2008 folgte dann die eigene Pilotenlizenz.

Während wir plaudern, hat Felix alle Hände voll zu tun. Der Wind hat uns in eine Richtung getrieben, die fern vom Zielkreuz ist. Nach einigen weiteren Anläufen wird klar: es ist kein Hinkommen mehr in der vorgegebenen Zeit.
Nun geht es um einen geeigneten Landeplatz, aber auch hier spielen die Winde ihr eigenes Spiel. Hoch über der Tiroler Ache zieht es uns durch ein Tal in Richtung Bayern. Dass wir dabei manchmal eine Geschwindigkeit von 35 km/h erreichen, merke ich als Laie kaum. Ich freue mich über die ausgiebige Fahrt, die uns über Grassau hinweg bis fast an den Chiemsee bringt. Wie gut, dass wir ausreichend Gasflaschen mitführten! Nach über drei Stunden Fahrt haben wir sie tatsächlich aufgebraucht und Felix landet souverän in einer großen, wenn auch sehr feuchten Wiese. Hier, ein Tal vom winterweißen Kaiserwinkl entfernt, ist nämlich bereits der Schnee geschmolzen und die Wiesen sind grün.

Das „Boden-Team“ ist mit Wagen und Hänger schnell zur Stelle und hilft beim Zusammenlegen des Ballons, beim Abbau und Verstauen im Anhänger. Nach so langer Zeit an der frischen „Höhen-Luft“ sind wir alle etwas müde bei der Rückfahrt nach Kössen. Jeder nützt die halbe Stunde als kleine Ruhepause. Denn abends steht ein weiteres Highlight an:

Night Glowing mit Glühweinparty!

Schon von Weitem sehe ich sie stehen: zahlreiche Ballone haben sich hufeisenförmig am Hüttfeld aufgestellt. Hunderte Menschen sind gekommen um das große Spektakel zu sehen: beim faszinierenden Ballon-Glühen „tanzen“ bzw. erleuchten die Heißluftballone im Rhythmus zur Musik. Zusätzlich erhellen Körbe mit aufgesetzten Brennern den Nachthimmel im Takt zu den Klängen. Das gut gelaunte Publikum wärmt sich bei Glühwein und kann sich kaum satt sehen. Leuchtende Augen bei Groß und Klein, als dann auch noch ein Feuerwerk der klaren Winternacht die Kaiser-Krone aufsetzt.

Danke an mein Team für den unvergesslichen Tag!

www.kaiserwinkl.com

info@kaiserwinkl.com

 

Ballooning im Kaiserwinkl ganzjährig mit

www.ballooningtyrol.com

 

Outdoor-Aktivitäten wie Schneeschuh-Touren oder E-Fat-Biken:

www.sportundnatur.com

 

Sehr empfehlenswerte Hütte im Skigebiet Unterberg:

Alpengasthof Scheibenwald

Sehr gute Küche, extrem freundlich, die Spinatknödel sind ein Gedicht!

 

Tipp:

Wanderung zur Edernalm

Vom Hotel Sonneck geht es Richtung Eggerbichl, dann weiter nach Erlau. Die Erlaustrasse weiter zur Sportalm und dort links Richtung Staffenberg.
Beim Staffenberghof folgt man dem beschilderten Winterwanderweg zur Edernalm. Die Gastgeber Hans und Maria bewirten Sie mit gutbürgerlicher Hausmannskost.
Außerdem erwartet Sie ein wunderbarer Ausblick auf den Talkessel von Kössen.

 

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Alle Inhalte Unterliegen dem Copyright und spiegeln lediglich die Meinung der Autorin wieder. Adelheid Wanninger, 2017